Drei Ziele




Hier wird das "Projekt Landbiene" ausführlich vorgestellt. Verbesserungsvorschläge bitte im Unterforum "Diskussion des Projektes" veröffentlichen..

Drei Ziele

Beitragvon hanjoheyer » Mo 18. Okt 2010, 12:14

(Inhalt - unter Anderem: Auf S.2. werden wir über eine wissenschaftliche Arbeit informiert, die allem, was ich bisher über Bienenrassen und -unterarten gelesen habe, widerspricht: dass die Farbe der Bienen und die Struktur des Flügelgeäders nicht rasseabhängig sind, sondern abhängig von der Bruttemperatur. Auf S. 4 ein interessantes Posting über Humus)

Ich verfolge mit Hilfe dieses Forums drei Ziele:

1. Einen Weg zu einer neuen Landrasse einzuschlagen (siehe W. Golz: "Auf dem Weg zu einer neuen Landrasse")
2. Rettung und Wiedereinfühung der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera germanica Pollmann) in Deutschland
3. Züchtung einer varroatoleranten/resistenten Biene.

Alle drei Ziele sollen gleichzeitig erreicht werden. Die Varroamilbe zwingt die Imkerschaft zum generellen Umdenken. Die Freiheit, dass jeder Imker an seinem Bienenstand tun und lassen kann, was ihm beliebt, muss eingeschränkt werden. Diese Einschränkung gilt bisher nur bei der - meldepflichtigen - Amerikanischen Faulbrut und in Gestalt einer Behandlungspflicht bei Varroose. Eine weitere Einschränkung ist erforderlich: die Freiheit, dass jeder Imker nach Belieben jede Bienenrasse halten darf. Diese Freiheit verstößt gegen den Naturschutzgedanken, der jeder Spezies das Recht zubilligt, zu existieren, nach ihren Bedürfnissen zu leben und sich selbstbestimmt weiterzuentwickeln. Der Mensch hat nicht das Recht, eine Bienenrasse nach Belieben zu manipulieren oder gar auszurotten. Ein Imker, der ausländische Bienenrassen oder die Kunstrasse "Buckfastbiene" nach Deutschland einführt, zerstört die einheimische Nordbiene. Da es die Nordbiene noch gibt - sie wurde nicht überall gänzlich ausgerottet - muss die Einfuhr ausländischer Bienen (außer einigen Melliferapopulationen) ab sofort verboten werden (Einsicht der Imker wäre natürlich besser). Was da ist, darf meinetwegen bleiben, aber nur unter der Bedingung, dass die natürliche Zuchtwahl (Evolution) entscheidet, was hier heimisch wird oder bleibt.

Da es die Dunkle Biene noch gibt, und da die Imker nicht die Aufgabe haben, Bienenrassen auszurotten, sondern, im Gegenteil, zu beschützen, ist es unsere Pflicht, die Dunkle zu retten und ihr mittels der Methode der Landbienenhaltung die Möglichkeit zu geben, sich in ihrer ursprünglichen Heimat wieder auszubreiten. Die Landbienen-"Zucht" zeichnet sich ja darin aus, dass sie wieder viele Ökotypen des Biens zulässt.

Das von mir entwickelte "Projekt Landbiene" lässt offen, welche Biene wir am Ende bekommen werden. Die Landbiene könnte ja identisch mit der Carnica sein oder mit der Buckfast, aber nur, wenn sie sich gegenüber anderen Rassen durchsetzen kann, weil sie die robusteste, gesündeste ist, was ich jedoch für unwahrscheinlich halte. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Biene, die wir aktuell haben, im Verlauf ihrer Anpassung an Klima, Tracht und Schädlinge (Krankheitserreger) immer dunkler, also melliferaähnlicher wird, da das Genom unserer einst hier heimischen Biene noch nicht völlig ausgerottet ist. Es wird - momentan noch unterdrückt durch das Genom von Carnica & Co. -jedoch wieder zum Tragen kommen, sobald die ideologisch verengte Handlungsweise der Reinzüchter (=Inzüchter) beendet wird. Unterstützend kommt hinzu, dass die Mellifera wieder im Kommen ist. Immer mehr Imker setzen sich für den Erhalt der Dunklen Biene ein, und wenn dank des Landbienenprojektes das fast freie Spiel der Evolution wieder zu Tragen kommt, verbinden sich Landbiene und Dunkle Biene zur Neuen Deutschen Landrasse, wie Wolfgang Golz sie sich gewünscht hat.

Wenn wir einzig Standbegattung der Bienen zulassen und auf alles Künstliche verzichten, und wenn wir mit unseren Bienen nicht über das einstige Gebiet der Mellifera hinaus wandern, und wenn wir Bienen nur innerhalb von 25 km kaufen und verkaufen und die Medikamentengaben auf Null zurückfahren, wird sich wie von Zauberhand gesteuert wieder eine akklimatisierte Landrasse entwickeln - gesund, fleißig, varroatolerant/resistent - und heimisch! Und wahrscheinlich dunkel wie die ehemals hier heimische "Braune".

Varroabekämpfung als Chance: Die Varroamilbe kann nicht ausgerottet werden, aber die Biene kann es lernen, mit ihr zurechtzukommen. Wenn wir im Rahmen unserer Landrassenzucht immer schön die Milben zählen, können wir jene Völker in unseren Beständen ausfindig machen, die weniger Milben aufweisen. Diese werden bei der Vermehrung bevorzugt. (Bei nicht nachzuchtwürdigen Völkern werden die Drohnenwaben herausgeschnitten, wird gegen Milben behandelt, Kö umgeweiselt). Da unsere Bienen noch nicht über ausreichend Varroaresistenz oder Toleranz verfügen, müssen wir NOCH eingreifen, zB mit Ameisensäure oder biotechnioschen Verfahren, aber wenn wir die Schadschwellenmethode anwenden, können wir unsere Bienen am Leben erhalten und trotzdem die Entwicklung des Biens Richtung Varroaresistenz unbeeinträchtigt lassen. Die derzeitigen Varroabekämpfungsmethoden lassen es leider nicht zu, dass die Bienen eine Resistenz entwickeln.

Also: Nichtbehandeln bringt unsere Bienen um; Pauschalbehandlung aller Völker bringt sie langfristig um. Der goldene Mittelweg ist der Richtige: So viel Medizin wie nötig, so wenig wie möglich.

Alle drei Ziele mit einem Streich:

Alle drei Ziele lassen sich mit einer einzigen imkerlichen Betriebsweise erreichen: Wie diese aussehen könnte, ist in "Meine Betriebsweise" erklärt.

Als Basis meiner Idee dient der umfangreiche Stoff, den ich im Internet, Zeitschriften, Büchern und Broschüren über Varroaresistent/Toleranzzucht, über Dunkle Bienen, Landbienen und diverse Betriebsweisen gefunden habe. Hier ist alles versammelt, was ich über die Geschichte der Biene, die Ausrottung der Dunklen Biene in Deutschland und über varroaresistente Bienen finden konnte.
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Re: Drei Ziele

Beitragvon Mannfred » Di 19. Okt 2010, 08:45

Grüß Dich, Joachim

So hehre eherne Tafeln aufzustellen, empfinde ich als ein müßiges, mich selbst und meine Fähigkeiten überforderndes Unterfangen.
Riskant ist es noch dazu: Wenn die umfallen, habe ich sie voll auf dem Kopf.

Imkerei ist ein Handwerk, in dem ich wie in jedem anderen Handwerk auch mir erst einmal die Grundfertigkeiten aneignen, mich mit den Gegebenheiten vertraut machen muß.

Wenn ich mit dem Entwicklungsverlauf eines Bienenvolkes vertraut bin, tue ich mir auch viel leichter, entbehrliche Eingriffe zu unterlassen und zur rechten Zeit die erforderlichen Schritte zu setzen.
Schwarmvorwegnahme an einem Volk mit schon gedeckelten Weiselzellen ist zum Beispiel aus meiner Sicht ein zu spät gesetzter Schritt.
Königin ausfangen ein entbehrlicher.
Bienen kunterbunt in eine Kiste zu fegen ein unnütz Unruhe stiftender.

Bäume pflanzen ist allemal sinnvoller als im übertragenen Sinn welche aufzustellen.

Herzliche Grüße Mannfred
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Re: Drei Ziele

Beitragvon hanjoheyer » Di 19. Okt 2010, 10:46

Hallo Mannfred,

diese "ehernen" Tafeln sind nicht aus Eisen, sondern eher aus Wachs: Sie können durch gute Kritik und/oder neue/bessere Ideen umgeformt werden.

Deine anderen Einlassungen verstehe ich leider nicht ganz, da ich hier über Schwarmvorwegnahme und Königinnen-Herausfangen nichts geschrieben habe. Ich vermute, du meinst, man sollte nichts Künstliches, Unnatürliches machen, dass allzusehr vom natürlichen Verhalten des Biens abweicht. - Nun, dem stimme ich voll zu! Bis auf eine Ausnahme: Der Bien hat kein natürliches Verhalten, das ihn vor der Milbe rettet. Hier müssen wir künstlich eingreifen, um dem Bien bei der Entwicklung neuer Verhaltensweisen auf die Sprünge zu helfen.

Wenn wir nichts tun - der Natur freien Lauf lassen - sterben 95 % aller Bienen und 95 % aller Imker geben auf. Das wäre der "natürliche" harte Weg. Möglich, aber nicht nötig. Was von der großen Masse gemacht wird - Pauschalbehandlung aller Völker - verhindert die Entwicklung des Biens zur Varroaresistenz. Ich empfehle einen mittleren Weg zwischen diesen beiden Extremen: Keine Pauschalbehandlung aller Völker, sondern individuelle Behandlung nach Bedarf. Erst wenn eine gewisse Schadschwelle, zB 10 natürlich gefallene Milben täglich, erreicht wird, wird behandelt. Völker, die am längsten unter der Schadschwelle bleiben, werden bei der Vermehrung bevorzugt. Auf diese Weise erhalten wir innerhalb weniger Jahre erste echte Verbesserungen und innerhalb weniger Jahrzehnte Bienen, die nicht mehr behandelt werden müssen.
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Re: Drei Ziele

Beitragvon Mannfred » Di 19. Okt 2010, 13:25

Grüß Dich, Joachim

Meine Einwände beziehen sich auf Deinen Hinweis auf "Meine Betriebsweise"

Die Bienen hier sind von der flotten Truppe, die schwärmen sobald die ersten gedeckelten Weiselzellen vorhanden sind.

Da ich angelesenerweise nur eine einzige Bienenart kenne, die mit dem Auszug des Vorschwarms oft sogar bis zum Schlupf der Jungköniginnen zuwartet:

[url]Sizilianische Biene > Apis mellifera sicula

Vorkommen: Die Biene war einst über ganz Sizilien verbreitet Man nahm jedoch an, dass sie wegen der vielen Bienenimporte, die man ab 1930 durchführte, ganz verschwunden sei. Es wurden jedoch noch einige Völker in der Gegend von Palermo gefunden.
Zwischenzeitlich gilt der Bestand als gesichert. Der namhafteste Züchter dieser Biene in Sizilien ist Carlo Amodeo.

Aussehen: Da dise Biene genetisch mit der Nordafrikanischen Biene verwandt ist, ist sie wie diese dunkel. Sie hat drei dünne Hinterleibsbinden, der Körper ist nicht so gedrungen, wie z.B. bei der Nigra.

Eigenschaften:
Die Biene hat ein ausgeprägtes schwarmverhalten und kann oft eine enorme Anzahl von Schwarmzellen ansetzten (mehrere hundert). Im relativ kleinen Erstschwarm befinden sich oft schon mehrere Jungköniginnen. Dies kann zur Teilung des Schwarmes führen. Oft folgen kleine Nachschwärme.
Die Sicula brütet in Sizilien in niedrigen Lagen das ganze Jahr ohne Unterbrechung. Nur in Höhenlagen über 600m kommt es zu kurzen Brutpausen. Frühe Pollen- und Nektartrachten nützt sie gut, da sie bereits im Dezember bzw. Januar ein starkes Brutnest hat. Ende Februar fliegen bereits die ersten Drohnen. Die Sicula gilt als sehr sparsame Biene, besonders im Vergleich mit der Italien sonst meist vorkommenden Ligustica. Es gibt sehr sanftmütige Sicula-Linien, einige sind jedoch aggressiv.


Besonderheit: Die Sicula ist sehr widerstandfähig gegen Varroa. Dies mag auch darin begründet sein, dass ihre Brutnesttemperatur um 2°C über der üblichen Brutnesttemperatur liegt. Sicher ist es auch das ausgeprägte Schwarmverhalten, das die Entwicklung der Varroa nachhaltig stört.

Die Biene ist sehr robust, Temperaturschwankungen (Tag/ Nacht) von über 40^C übersteht sie problemlos. [/url]

argumentierte ich ausgehend von der Annahme, daß die von Dir betreuten Bienen auch eher die Eigenschaft eines frühen Schwarmabgangs zeigen.

Herzliche Grüße Mannfred
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Re: Drei Ziele

Beitragvon hanjoheyer » Di 19. Okt 2010, 18:10

Hallo Mannfred,

danke für die Hinweise und die Korrektur eines Fehlers.

Würde ich die Schwarmvorwegnahme erst nach Verdeckelung der ersten Weiselzelle machen, käme ich wahrscheinlich zu spät.

Ich habe an diversen Stellen ja geschrieben, dass ich selbst bisher noch keine Schwarmvorwegnahme gemacht habe. Meine Mutter hatte in den 40er Jahren eine Imkerlehre absolviert und hatte mir erzählt, ihres Wissens würde die Altkönigin schwärmen, wenn die erste Jungkönigin zu tuten beginnt. Ich ging davon aus, dass das kurz vor dem Schlupf sein müsse, da sie die Geräusche mit den Flügeln macht. Daher der Irrtum. Ich hätte mal im Internet nachschauen sollen. Ich habe die entsprechende Passage nun geändert in:

Ich nutze die von den Bienen zur Schwarmvorbereitung angesetzten Schwarmzellen, indem ich vor deren Verdeckelung eine Schwarmvorwegnahme mache. (Kurz nach der Verdeckelung der ersten Schwarmzelle ginge die Altkönigin mit ihrem Naturschwarm ab.). Ich orientierte mich an diesem Text: http://www.schwarmboerse.de/schwarm/sch ... index.html :

Das Konzept beruht darauf, dass mit der Bildung des vorweggenommenen Schwarmes so lange gewartet wird, bis das Volk in Schwarmstimmung ist – also Weiselzellen bestiftet sind. Man muss den vorweggenommenen Schwarm vor der Verdeckelung der ersten Weiselzelle bilden, sollte aber möglichst lange warten. (Am neunten Tag nach der Bestiftung werden die Zellen verdeckelt. Frühestens ab diesem Zeitpunkt kann es einen natürlichen Schwarm geben.)

In Claudia Bentziens Buch "Ökologisch imkern" steht:

Einige (Öko-Imker-) Verbände beschränken aber die Vermehrung nur auf den Schwarm bzw. die Schwarmvorwegnahme und die Verwendung von Schwarmzellen zur Ablegerbildung. Für mein Verständnis ist diese Form der Vermehrung die einzig mögliche, um wieder Bienen zu erhalten, die besser an die Umwelt angepasst sind und die der Varroamilbe einigermaßen wehrhaft entgegentreten können. Letzteren Kampf werden die Bienen jedoch nicht ohne die Hilfe des Imkers gewinnen können. (S.47)

Eine Seite vorher schrieb sie: "Die Vorstellung der ökologisch arbeitenden Imker ist, dass sich die Bienen selbst am besten an ihre Umgebung anpassen können. Dazu müssen sie aber etwas Zeit haben. Wir sollten aufhören, Rassen aus Regionen einzukreuzen, die sich klimatisch von unserer unterscheiden. Auch die sogenannten Reinzuchtlinien führen ganz offensichtlich nicht zum gewünschten Ergebnis."


Das deckt sich fast genau mit meinen Intensionen.
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Erweiterung auf 4 Ziele

Beitragvon hanjoheyer » Do 3. Mär 2011, 22:34

1. Einen Weg zu einer neuen Landrasse einschlagen
2. Rettung und Wiedereinfühung der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera germanica Pollmann) in Deutschland
3. Züchtung einer varroatoleranten/resistenten Biene
4. Ökologische (bienengemäße) Bienenhaltung: "Bio-Honig"

zu 1: Es geht darum, dass die Betriebsweise so gewählt wird, dass sich akklimatisierte Ökotypen herausbilden können. Dazu sind notwendig: Kein Bienen- oder Königinnenhandel über 25 km, Standbegattung, Minusauslese

zu 2: Der ideale Ökotyp ist die ehemals hier heimische Nordbiene.

zu 3: Heute bedeutet "Akklimatisation" auch Varroatoleranz/-resistenz, denn diese Milbe ist für die Biene ein Umweltfaktor, an den sie sich anpassen muss.

zu 4: Landbienenhaltung ist bereits ökologisch. Allerdings gibt es weitere imkerliche Praktiken, die zwar nicht zur Landbienen-"Züchtung", bzw. -haltung notwendig sind, jedoch zu einer bienengemäßen ökologischen Bienenhaltung gehören.

Zu einer echten Öko-Imkerei gehören m.E. folgende Regeln:

- Kein Bienen- und Königinnenhandel über 25 km
- keine künstliche Befruchtung
- Standbegattung, keine Belegstellennutzung
- Minusselektion (nur arge Stecher und Völker, die am schlechtesten mit Milben zurechtkommen, werden umgeweiselt)
- Stilles Umweiseln zulassen
- keine Mittelwände (im Brutraum), sondern ausschließlich Rahmen mit Anfangsstreifen, damit die Bienen selbst die Größe ihrer Wabenzellen betimmen können.
- Varroaresistenz-"Zucht" nach der Methode von John Kefuss: "Bond"-Methode. Während der Umstellung empfehle ich die Methode "2 x Ameisensäure auf Schwammtuch".
- Vermehrung über Naturschwärme, Schwarmvorwegnahme, ausnahmsweise Brutableger

zu prüfen wäre folgendes:

- kein Absperrgitter
- keine Völkerzusammenlegungen, keine Brutscheunen
- kein Umlarven

In einem folgenden Posting werde ich die "Öko"-Richtlinien diverser Öko-Verbände genauer durchleuchten
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Öko-Verbände

Beitragvon hanjoheyer » Sa 5. Mär 2011, 10:13

Übersicht: http://www.bioimkerhonig.de/links/


Demeter:

http://www.bioimkerei-zeidlerhof.de/ima ... altung.pdf

Bei Demeter ist das Wandern räumlich nicht eingeschränkt. Außerdem dürfen Völker aus jeder beliebigen Gegend Europas eingekauft werden. Beides erschwert die Akklimatisation des Biens, bzw. die Herausbildung lokaler Ökotypen, erheblich. Es sollten Höchstentfernungen für das Wandern und den Bienenhandel eingeführt werden. Mein Vorschlag: 25 km.

Die klassischen Medikamente gegen Varroose wie Ameisensäure, Milchsäure und Oxalsäure sind erlaubt. Diese Zugeständnisse sollten möglichst bald zurückgezogen werden, zumal es als gesichert angesehen werden kann, dass eine erfolgreiche Bienenhaltung ohne Medikamente möglich ist. Übergangslösungen sollten erprobt werden.

Die Zugabe von Tees ins Bienenfutter sollte kritisch überprüft werden.

Nachtrag 29.8.2011: Aus den Demeter-Richtlinien http://www.demeter.at/Demeterbund/Biene ... inien_2009 :

4.1.1 Zukauf von Völkern und Königinnen
Die Betriebsweise darf sich nicht auf die permanente Eingliederung von fremden Völkern,
Schwärmen und Königinnen stützen. Ein Zukauf von Bienenvölkern und Königinnen muß,
soweit verfügbar aus Demeter-Bienenhaltungen erfolgen. Sind solche nicht verfügbar,
können Bienenvölker und Königinnen aus ökologisch zertifizierter Bienenhaltung zugekauft
werden. Völker, die nicht aus Demeter oder ökologisch zertifizierten-Imkereien stammen,
sind als nackte Völker einzugliedern.

4.3 Rasse
Es soll mit einer an die Landschaft und die Örtlichkeit angepassten Biene geimkert werden.

Kommentar: Über Einschränkungen des Anwanderns weit entfernter Trachtgebiete fand ich nichts in diesen Richtlinien. Punkt 4.3 widerspricht der Erlaubnis, fremde Bienen zuzukaufen und über größere Entfernungen zu wandern (ortsfremde Drohnen werden natürlich beim Wandern mitgenommen und verhindern die Herausbildung von Ökotypen im angewanderten Gebiet)

Bioland:

http://www.imkerschule-bonn.de/index.php?id=296&L=1

Ich suche noch nach einem besseren Link für die Bioland-Richtlinien. Aus diesen Seiten geht allerdings bereits hervor, dass keine Einschränkungen hinsichtlich der gehaltenen Bienenrassen gemacht werden. Es gibt Bioland-Imkereien, die Carnica-, Buckfast- und andere Bienenrassen halten. Es gibt auch keinerlei Einschränkungen, was das Wandern und den Bienenhandel betrifft. Mittelwände sind erlaubt. Ob es Einschränkungen bei MW wie bei Demeter gibt, muss ich noch klären.

EU- Öko-Standard für Bio-Imkereien

http://www.bioimkerhonig.de/bio-imkerei/

Auch hier ist nichts zu finden, was die Herausbildung von Ökotypen ermöglicht.

Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung "Mellifera e.V."

http://www.mellifera.de/mellifera/melli ... index.html

Wie es aussieht, wird hier wie bei Demeter geimkert.
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Re: Drei Ziele

Beitragvon irbis » Sa 5. Mär 2011, 19:23

Hallo Joachim,

zu den Bienenrassen haben wir auch einen merkwürdigen link gefunden.

http://www.bienenforschung.biozentrum.u ... ogy_01.pdf

Leider wieder in Englisch.
Hier steht, dass die Panzerfarbe von gelb bis schwarz von der Bruttemperatur abhängt, gelb bei höheren Temperaturen, dunkel bei niederen.
Ebenso ist das Flügelgeäder temperaturabhängig veränderlich - siehe Tabelle.

Ein paar Grad mehr oder weniger, und ich hab eine neue Bienenrasse?
Oder wie muß man das verstehen?

Liebe Grüße
Irbis
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Re: Drei Ziele

Beitragvon hanjoheyer » Sa 5. Mär 2011, 21:09

Unglaublich! Das steht völlig im Widerspruch zu allem, was ich bisher in Fachbüchern gelesen habe!

Leider kann mein Übersetzungsprogramm den Text nicht übersetzen. Hast du evtl. ein Programm, das das kann? Falls ja, würdest du bitte die (Roh-) Übersetzung der wichtigsten Teile der Arbeit hier reinstellen. Ich würde dann die Nacharbeiten (Grammatik usw verbessern) machen.
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Re: Drei Ziele

Beitragvon irbis » So 6. Mär 2011, 18:40

Übersetzungsprogramm weiß ich auch keins, ich kanns Dir aber gern in den nächsten Tagen übersetzen - so übermäßig lang ist es eh nicht.

Liebe Grüße
Irbis
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