Mein erstes Flugblatt, das ich in Dienstweiler verteilte




Hier veröffentliche ich alles über die in meiner Imkerei produzierten Honige: Honigsorten, Preise, Sonderangebote usw. Außerdem beschreibe ich hier meine Methode des ökologischen Imkerns.

Mein erstes Flugblatt, das ich in Dienstweiler verteilte

Beitragvon hanjoheyer » Di 9. Aug 2011, 13:36

14.08.2011 Inzwischen habe ich das Flugblatt um einige Angaben erweitert.

Ökologisch erzeugter Honig aus Dienstweiler

von Hans-Joachim Heyer

Einige Jahre, nachdem ich 2003 nach 20jähriger Abwesenheit wieder in meine Heimat zurückgekommen war fiel mir bei meinen Spaziergängen in den Meeren gelber Rapsfelder - es war im Jahre 2007 - auf, dass es dort keine einzige Biene gab. Das war früher einmal anders: Überall in den Feldern und den Kleewiesen hatten tausende Bienen gesummt! Was war in den Jahren meiner Abwesenheit geschehen? Ich wusste, dass es am Birkenfelder Markt einen Honigverkaufsstand gab. Ich ging hin und fragte den Imker nach der Ursache des Fehlens von Bienen um Dienstweiler. Der Imker erzählte, es gebe in Deutschland immer weniger Imker. Früher habe fast jeder Bauer ein paar Bienenkörbe gehabt. Diese Zeiten seien leider vorbei.

Mein Entschluss stand fest: Ich kaufte mir im Mai 2007 von diesem Imker zwei Bienenvölker, trat in einen Imkerverein ein und kaufte mir dort weitere Völker. Es stand die Entscheidung an, nach welcher Methode ich meine Bienen halten wollte. Für mich kam fast von Anfang an ausschließlich eine bienengerechte, ökologische Imkerei in Frage. Die Methoden bereits existierender Öko-Imkerverbände überzeugten mich jedoch nicht. Näheres in http://www.hanjoheyer.de/Imker14.html und in meinem Imkerforum Projekt Landbiene ( index.php?nxu=94856264nx35755 ).

Im Jahr 2008 startete ich das "Projekt Landbiene", um für diese Region eine akklimatisierte Biene wiederzubekommen, denn ausschließlich von einer bienengerechten biologischen Bienenhaltung und einem an die lokalen Umweltbedingungen angepassten Ökotyp der Biene lässt sich echter "Bio-" oder "Öko-Honig", der diesen Titel mit Recht führt, gewinnen. Die Idee der Wiedererlangung der Hunsrückbiene war geboren.

Heute habe ich 24 Bienenvölker an fünf Standorten über die Gemarkung Dienstweiler verteilt. Künftig wird es darauf ankommen, ob ich genug Honig verkaufen kann, um diese große Völkerzahl beibehalten oder gar erhöhen zu können. Um die Bestäubung aller blühenden Kulturpflanzen (Apfel-, Birn-, Kirschbäume, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren, Raps und Mais) garantieren zu können, müsste ich sogar noch mehr Völker halten.

Auch dicke, runde Äpfel/Birnen ohne Dellen, gleichmäßig wohlgeformte Erdbeeren gibt es nur, wenn alle Staubgefäße einer Blüte bestäubt werden, wozu mehrfache Bienenbesuche einer Blüte nötig sind. Wenn Sie Ihren Honig bei mir kaufen, sichern Sie sich zusätzlich die Bestäubung Ihrer Obstbäume und anderer Blütenpflanzen. Sie helfen mit, dass die Ökologie unser Heimat nicht verarmt.

Ich habe dieses Jahr folgende nach neuen ökologischen bienengerechten Prinzipien gewonnene Honige aus der Gemarkung Dienstweiler im Angebot:

1. Rapshonig, fast weiß, chremig
2.

Ich biete die Honige in 500-Gramm-Gläsern des Deutschen Imkerbundes zu je 4,5- Euro (plus 50 Cent Pfand) an.

Sie können den Honig direkt an der Haustüre kaufen (Dienstweiler, Auf dem Ellenberg 22 - Treppe links) oder
per Telefon, Festnetz: 06782 / 876 9 501 oder
am liebsten per Email: hanjoheyer@gmx.de

bestellen, und ich bringe Ihnen den Honig auf Wunsch persönlich nach Hause (innerhalb Dienstweilers incl. Eborns).
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von Anzeige » Di 9. Aug 2011, 13:36

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Nähere Erläuterungen

Beitragvon hanjoheyer » Di 9. Aug 2011, 13:52

Auf der Seite http://www.hanjoheyer.de/imker14.html wird erkärt, was ich mir unter ökologischem Imkern vorstelle.

Hier ist das "Projekt Landbiene" ausführlich erklärt: 94856264nx35755/vorstellung--und-quotprojekt-landbiene-und-quot-f2/projekt-landbiene-t2.html

Hier wird die Methode, nach der ich imkere, erläutert: 94856264nx35755/betriebsweise-f7/meine-betriebsweise-t8.html

Bienengerechtes Imkern: 94856264nx35755/betriebsweise-f7/bienengerechtes-imkern-t26.html

Alle anderen Beiträge des Imkerforums - es sind inzwischen hunderte - sind Diskussionen von Imkern untereinander. Ich habe meine Methode und mein Wissen über die Bienen nicht im Alleingang erworben, sondern im Verlaufe derartiger Diskussionen und durch ausgiebige Lektüre von Fachzeitschriften, Büchern und unter Ausschöpfung vieler Internetquellen.

Viel Freude beim Lesen

Hans-Joachim Heyer
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Honigsorten

Beitragvon hanjoheyer » Di 9. Aug 2011, 14:49

Der Honig, den die Bienen aus Blütennektar im Verlaufe des Jahres gewinnen, ist sehr unterschiedlich in Geschmack und anderen Eigenschaften.

Die erste Ernte, die die Bienen "einfahren", sind Pollen und geringe Mengen Honig von Haselnuss und Weide. Dann folgen Schneeglöckchen, Krokus, Winterling und schließlich der Löwenzahn. Diese erste Ernte verbrauchen die Bienen ganz für sich und ihre Brut, denn die Bienenvölker haben nur zu je 5000 - 10000 Bienen überwintert und müssen erst kräftig wachsen, bis sie eine Stärke von circa 40000 Exemplaren erreicht haben. Ausschließlich derart stark gewordene Völker produzieren Überschuss.

Spätestens mit der Rapsblüte produzieren die Bienen jenen Überschuss, den sich der Imker holen kann - ja holen muss, denn mit Rapshonig als Wintervorrat können die Bienen kaum überleben. Der Rapshonig wird in den Waben durch Kristallisation so hart, dass die Bienen ihn im Winter nicht aufnehmen können. Ausschließlich durch wochenlanges, täglich mehrminütiges Rühren des frischen Honigs im Eimer wird der Rapshonig cremig. Rapshonig zeichnet sich durch seine helle, fast weiße Farbe aus.

Nachdem der Raps verblüht ist, blühen die Sommerblumen auf den Wiesen und den Waldrändern. Außerdem blüht Anfang Juli die Linde. Von diesen Pflanzen sammeln die Bienen ihren Sommerblütenhonig. Die ergiebigste Honigquelle ist in dieser Regien der Weißklee, der in großen Mengen auf den Wiesen blüht. Der Sommerblütenhonig ist dunkler als der Rapshonig, und das Besondere an ihm ist sein eigener Geschmack, sowie die Tatsache, dass er wesentlich langsamer fest wird. Aus diesem Grund wird er auch in zähflüssiger Konsistzenz verkauft. Erst nach einigen Monaten - falls man sich rührend um ihn kümmert, wird auch er allmählich cremig.

Selten - alle paar Jahre vielleicht - honigt auch der Wald. Dann gibt es zB den begehrten tiefdunklen Tannenhonig. Die 2011er Sommerblüte beinhaltet kleine Mengen Tannenhonig, den die Bienen in der Zeit zwischen dem Ende der Rapsblüte während der großen Trockenheit und vor dem Regenwetter, sammelten. Nach Einsetzen des Regenwetters gab es eine zweite Blüte von Raps, Wiesenblumen und nun endlich auch Klee, dessen Honige sich mit dem Tannenhonig vermischten und zum recht dunklen Sommerblütenhonig mit Tannenaroma führten.
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Ökologisches Imkern - Grundlagen

Beitragvon hanjoheyer » Sa 20. Aug 2011, 09:38

Projekt "Neue Landbiene"

Philosophische Grundlage

Das Projekt "Neue Landbiene" ist eine imkerliche Betriebsweise, die ein möglichst bienengerechtes bzw. bienenfreundliches Imkern anstrebt. "Betriebsweise" ist ein Begriff, der alle Tätigkeiten eines Imkers beinhaltet. Die Betriebsweise beeinflusst das natürliche Verhalten des Biens, also dessen "Lebensweise". Die Betriebsweise sollte nicht im Widerspruch zur Lebensweise des Biens stehen, sondern diese anerkennen und und nur sehr behutsam im Interesse des Imkers beeinflussen.

Das Interesse des Imkers ist die Honigernte. Das Interesse des Biens ist die Fortführung der eigenen Evolution, also das Überleben des Biens als Spezies. Die Vermittlung beider Interessen ist ein Geschäft: Der Imker hilft dem Bien beim Überleben, zB indem er ihm Bienenkästen zur Verfügung stellt und in Notzeiten füttert und der Bien liefert den vom Menschen begehrten Honig (und außerdem Wachs und Propolis).

Bei einer bienengerechten Betriebsweise verzichtet der Imker auf möglichst viele Tätigkeiten zu Gunsten des Biens, dem der Imker so viele Freiräume eigener Tätigkeiten wie möglich lässt. Da der Bien ein Teil der Natur ist, darf die Betriebsweise nicht unnatürlich sein. Sie muss ökologische und biologische Erkenntnisse berücksichtigen. Hieraus ergibt sich eine biologisch-ökologische Betriebsweise.

Da es bereits Betriebsweisen gibt, die "Bio" oder "Öko" in ihrem Label aufführen, aber keineswegs natur- und bienengerecht sind, geht mein Projekt Landbiene mit neuen Richtlinien einer wirklich ökologischen Betriebsweise einher.

Nach den bereits etablierten Bio- und Öko-Richtlinien (zB Demeter, Bioland, EU-Öko-Richtlinien) ist dem Imker die Verwendung von Medikamenten gegen die Varroose erlaubt. Da Medikamente (Ameisensäure, Milchsäure, Oxalsäure, Thymol und Anderes) den Bien schwächen und eine medikamentenresistente Varroamilbe "züchten" und somit die Evolution des Biens Richtung natürlicher Resistenz verhindern, sind sie für eine wirklich ökologische Betriebsweise abzulehnen.

Außerdem verhindern alle bestehenden Bio- und Öko- Richtlinien die Herausbildung ökologisch angepasster Unterarten des Biens, also von Ökotypen. Betriebsweisen, die die Biologie und die ökologische Anpassung des Biens an ihre Umwelten, also die Herausbildung vieler Unterarten (Ökotypen) , verhindern, dürften nicht länger "ökologisch" genannt werden. Sie sind nichts als "ökologisch" getarnte Geschäftsmodelle, die die Sehnsucht des Menschen nach Natürlichkeit ausbeuten.

Die Herausbildung von Ökotypen des Biens ist Bestandteil seines Immunsystems. Nur genetisch voneinander abweichende Individuen - im Gegensatz zu Klonen - können allen erdenklichen Krankheiten widerstehen. Wer die Herausbildung von Unterarten verhindert und gleichzeitig eine varroaresistente Biene züchten will, befindet sich auf dem Holzweg. Die Bio- und Ökoverbände legen keinen Wert auf den Erhalt und die Herausbildung von Ökotypen. Dies erkennt man leicht daran, dass sie in ihren Richtlinien keine Aussagen über Bienentransporte (Handel mit Königinnen und Bienenvölkern, das Anwandern weit entfernter Trachtgebiete) machen. Auch die wissenschaftlich unterstützten Varroatoleranzzüchter - siehe das Wirken der AGT an der Belegstelle "Erbeskopf" - arbeiten nicht ökologisch, da sie die Entwicklung von Ökotypen unterbinden.

Das "Projekt Landbiene" ist die erste wirklich ökologische Betriebsweise, da bei ihrer Anwendung in dieser Region die Hunsrückbiene (wieder-) entstehen wird.

Ökologische Grundsätze:

Unterstützung der Herausbildung natürlicher Unterarten des Biens!

Die Natur hatte für jedes Klima, für jeden Landschaftstyp, also für jedes ökologisches System, eine optimal angepasste eigene Bienenunterart herausgebildet. Allein in Deutschland gab es, bevor die Züchter ins Spiel kamen, Dutzende unterschiedlicher Ökotypen der Dunklen Biene "apis mellifera mellifera". Aufgrund züchterischer Tätigkeiten und des Bienenhandels verschwand ein Ökotyp nach dem anderen vom Angesicht der Erde. Schließlich gab es in Deutschland nur noch die Heidebiene in Norden, die Braunelle in der Mitte und im Süden und die Nigra im Gebiet in und um die Schweiz. Heute gibt es in Deutschland fast nur noch einen aus Ost-Österreich, Slowakei und Slowenien importierten fremden Ökotyp, die Kärntner- oder Carnica-Biene. Außerdem gibt es seit einigen Jahrzehnten eine Kunstrasse namens "Buckfastbiene", die der Mönch "Bruder Adam", bürgerlicher Name "Karl Kehrle" in England aus einem halben bis ganzen Dutzend diverser Ökotypen zusammengemixt hat. Da die "Bucky" derzeit der modisch letzte Schrei ist, lässt es sich die Imkerschaft nicht nehmen, nun auch die Carnicabiene zu vernichten. Selbst im Stammland der Carnica wollen immer mehr Imker die Buckfastbiene halten. Es ist modern, alles haben zu wollen, besonders das, was Andere haben und man selbst nicht (wirklich braucht).

Nur umweltangepasste Bienen - Ökotypen - sind gesund und robust und können sich in vollem Umfang den Krankheitserregern erwehren. Eine echte Öko-Imkerei transportiert, kauft und verkauft keine Bienen über eine Entfernung, die über die Distanz, die Drohnen oder Bienenschwärme zurücklegen können, das sind ungefähr 25 Kilometer, hinausgeht. Nur bei Einhaltung dieser Transportbeschränkung können sich Ökotypen des Biens herausbilden. Das gegenwärtige "Ökoimkerwesen" hält sich nicht an diese Regel; also ist sie nicht ökologisch.

Der echte Ökoimker wendet keine unnatürlichen Vermehrungsmethoden an. Das sind Umlarven, Künstliche Befruchtung und Positive Selektion. Positive Selektion führt zu Inzuchtschäden, denn sie bedeutet, dass man die vermeintlich beste Königin Dutzendfach vermehrt und die Jungköniginnen in andere Bienenvölker, deren Königinnen getötet wurden, einweiselt. Der Öko-Imker gönnt prinzipiell allen Völkern die Vermehrung und überlässt die Selektion dem Winter und den Krankheiten.

Der Öko-Imker vermehrt seine Völker über natürliche Schwärme und Feglinge**. Die jungen, unbegatteten Königinnen werden nicht zu Belegstellen* gebracht, wo sie wiederum einer unnatürlichen Begattung und der Inzuchtgefahr ausgesetzt werden und wodurch die Herausbildung von Ökotypen verhindert wird. Zur Öko-Imkerei gehört der freie, ungelenkte, Begattungsflug ("Hochzeitsflug") am Bienenstand.

Desweiteren verwendet der echte Ökoimker möglichst wenig Medikamente (sog. organische Säuren, Thymol und diverse Zeckenmittel) gegen Krankheiten, insbesondere die neue Geißel des Biens, die Varroamilbe. Solange der Bien ohne imkerliche Hilfe nicht dauerhaft überleben kann, wendet der Öko-Imker ein minimalistisches Verfahren der Milbenverminderung an. Der varroageschädigte wild lebende Bien verlässt das Nest und sucht sich ein neues Zuhause. Da dies in Deutschland nicht möglich ist und da der Imker nicht völlig auf Honigernten verzichten möchte, nutzt er die Methode der minimalen medikamentelle Behandlung.

Mit ihr soll erreicht werden, dass die Bienen durchaus mit der Milbe zu tun haben und durch den Milbenbefall gezwungen sind, Abwehrverhalöten zu entwickeln, aben die Milben werden soweit zurückgedrängt, dass nicht alle Bienenvölker sterben. Es wird ene Überlebensquote zwischen 50 und 75 % angestrebt - nichts darunter, und nichts darüber (wichtig!). Leider versuchen immer noch viele Imker die Milbe völlig auszurotten, was nicht gelingt, aber was dem Bien die Möglichkeit raubt, Varroaresistenz zu entwickeln. Derzeit behandele ich meine Völker statt 5 x nur 2 mal mit Ameisensäure. Sobald mehr als 75 % der Bienen den Winter überleben, wird auf einmalige Ameisensäuregabe reduziert.

Desweiteren gehört zu einer echten ökologischen Betriebsweise der Verzicht auf Absperrgitter und ganzer Mittelwände. Drohenwaben schneidet er nicht heraus.

Ich verwende derzeit Rähmchen mit 2 cm breiten Anfangsstreifen und experimentiere mit Bienenbeuten, auf deren oberen Ränder ausschließlich Rähmchenoberträger befestigt werden. In den Bruträumen legen die Bienen ihren sog. "Wirrbau" an, den der Imker nicht weiter beeinflusst. Da der Brutraum auf zwei Zargen verteilt wird, kann jedes Frühjahr zum Zwecke der Bauerneuerung der obere Brutraum mit den alten Waben entfernt und eingeschmolzen werden. Der Honigraum wird weiterhin mit Rähmchen (mit MW oder Anfangsstreifen) bestückt. Die einzelnen Zargen können mit Hilfe eines Drahtes, der zwischen die Zargen durchgezogen werden kann, voneinander getrennt werden.

Der Nachteil dieser besonders ökologischen Betriebsweise ist der, dass man keine Feglinge mehr machen kann. Vielleicht mit viel Rauch. Wie gesagt: Hier muss ich noch experimentieren. Vielleicht sind meine Bienen in wenigen Jahren bereits so varroaresistent, dass ich auch auf die Erstellung von Zwischenbodenablegern verzichten kann.

Landbiene

Diese ökologische Betriebsweise ermöglicht die Wiedererlangung eines an den Hunsrück angepassten Ökotypes, der der ursprünglich hier heimischen leider ausgerotteten "Braunellen" sehr ähnlich sein wird. Ich nenne diesen noch nicht existierenden Ökotyp "Hunsrückbiene".

* Belegstellen sind eine spezielle Art Zuchtstationen, die einst im 3. Reich angegelegt wurden, um die heimische Biene auszurotten und durch die österreichische Biene zu ersetzen, deren Verkauf bereits zu einem einträglichen Wirtschaftszweig entwickelt werden konnte. Bis 2010 wurde die Belegstelle "Erbeskopf" bei Thranenweiher mit sog. reinrassigen Vatervölkern der österreichischen "Carnica-Biene" bestückt. Die Imker brachten ihre Mini-Völker mit unbegatteten Jungköniginnen zur Begattung auf die Belegstellen. Auf diese Weise wurde die Landbiene systematisch verdrängt und durch eine inzuchtgeschädigte Reinzuchtbiene aus einem fremden Ökosystem ersetzt. Im Jahre 2010 wurde die Belegstelle "Erbeskopf" zu einer Art Zuchtstation für die Zucht einer varroaresistenten Biene. Leider wird bei dieser Methode kein Wert auf die Herausbildung von Ökotypen gelegt. Man will mit Reinzuchtbienen Varroatoleranz erreichen, wasd ich für unmöglich halte. Man ignoriert nämlich das bessere Wissen um die genetische Diversizität als Teil des Immunsystems einer Spezies.

Landbienen bieten sehr viel bessere Voraussetzungen zur Erlangung von Varroatoleranz oder -resistenz!

** Fegling: Das natürliche Schwärmen eines Volkes geschieht oft in Abwesenheit des Imkers, und es ist oft mit Gefahren für den Imker verbunden, einen Schwarm von einem hohen Baum zu pflücken. Deshalb macht der Imker bei einem Volk, das das Schwärmen vorbereitet, eine Schwarmvorwegnahme. Er bereitet einen neuen Bienenkasten, der unmittelbar neben dem "alten" aufgestellt wird, vor, indem er ein paar Honigwaben und leere Waben hineinhängt. Hinzu kommt die Königin in einem kleinen Drahtkäfig. Dann kommt der Deckel drauf und vom schwarmwilligen Volk werden Wabe für Wabe die Bienen unmittelbar vor das Flugloch des neuen Bienenkastens gefegt. Daher der Name "Fegling". Die schwarmwilligen Bienen ziehen in den neuen Kasten ein; die Brutpflegebienen und alle anderen, die nicht schwärmen wollen, kehren in das Muttervolk zurück. Die Königin wird nach dem Einzug ihrer Gefolgschaft wieder freigelassen. Es geschieht derselbe Vorgang wie beim natürlichen Schwärmen eines Bienenvolkes: Die Königin zieht mit ihrer Gefolgschaft aus. Der Unterschiede ist allein der, dass der Imker den Zeitpunkt des Schwärmens etwas vorverlegt.
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Re: Mein erstes Flugblatt, das ich in Dienstweiler verteilte

Beitragvon hanjoheyer » Sa 20. Aug 2011, 10:25

Das Hauptargument gegen mein "Projekt Landbiene" ist die Behauptung, dass die von mir vorgestellte Zwischenbodenablegermethode zur Varroaverminderung nicht fuktioniere. Ich selbst kann leider noch keine eigenen Erfahrungen hiertzu vorweisen und die Kritiker deshalb nicht widerlegen. Aber ich kann auf die Erfolge Manfreds - Mitglied dieses Forums - verweisen. Er imkert bereits im dritten Jahr mit dieser Methode. Drei Jahre ohne Medikamente! Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen, ehe er ihm Fehler vorwirft. Manfred gibt eine Überlebensquote von 60 % an. Das ist besser, als Kefuss in den ersten Jahren seiner erfolgreichen Resistenzzucht vorweisen konnte (30 %). Inzwischen (mehr als 10 Jahre später) sind die Überlebensraten Kefuss' Völker besser, als die der medikamentenbehandelnden deutschen Normalimker (ca 85 %).

26.5.2013: Inzwischen bibn ich vn o.g. Methode abgekommen und imkere mit der Methode "minimale AS-Behandlung".

Ich deute die Überlebensquote der Völker nach Manfreds Methode so, dass schätzungsweise 80 % aller Feglinge ("A") des Zwischenbodenablegers überleben. Von 100 Völkern, die mittels "Zwibodab" auf 200 verdoppelt werden (A-Teile + Brutlinge: "B"-Teile), überleben schätzungsweise 80 A-Völker, das sind 40 % aller 200 Völker. Damit 60 % überleben, müssen 40 milbenverseuchte B-Völker überleben. Das ergäben zusammen 120 Völker von 200 Völkern , also 60 %.

Man hat also 100 Völker, wintert 200 ein, und es überleben 120. Im Frühjahr können dann die 20 schwächsten Völker mit anderen Völkern vereinigt werden, sodass man wieder 100 Völker hat.

Ich habe bei 10 Völker Zwischenbodenableger gemacht, habe meinen Bestand demnach von 25 auf 35 erhöht. Bei einigen Völkern habe ich keine Zwibodabs gemacht, weil die Beutenkontruktion das nicht zuließ oder die Völker ohnehin einen langen Brutstopp hinter sich hatten. Ich kann damit rechnen, dass 4 von 10 B-Teile überleben und 20 von 25 A-Teilen. Das macht zusammen 24 Überlebende. Ich hätte den alten Stand wieder erreicht.

(Ich rechte Volk Nr. 25, das in einer Christbeute sitzt, nicht mit, da es ein Experiment darstellt. Ich werde es völlig unbeeinflusst lassen, nichts ernten usw.. Es soll völlig natürlich leben und gilt (vorläufig) nicht als Bestandteil meiner Imkerei.)

Wenn 40 % der hoch milbenbelasteten B-Völker überleben, ist das sehr optimistisch stimmend.
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2012 Fünf überlebende Völker

Beitragvon hanjoheyer » Fr 24. Feb 2012, 11:11

Am 22.2. war es sonnig und warm genug für einige Bienen, ein wenig vor den Beuten herumzuschwirren. Ich nutzte die Gelegenheit, einen Blick unter die Beutendeckel zu wagen: Von den 14 Völker im Garten lebten nur noch 3. Von den 11 Völkern an den Außenständen leben noch 2. Von 25 Völkern haben also nur 5 überlebt. Bis jetzt. Falls diese 5 Völker in 4 Wochen noch leben, kann ich sagen, dass ich gerade noch mit einem blauen Auge davongekommen bin. Ich hatte zwar gehofft, dass vielleicht 10 Völker überleben; eine gewisse Ausfallquote war ja eingeplant. Ohne Selektion ist keine Varroamilbenresistenzbildung möglich. Nähere Auskunft werde ich gebe, sobald ich Zeit habe.
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Re: Mein erstes Flugblatt, das ich in Dienstweiler verteilte

Beitragvon Horst » So 26. Feb 2012, 16:17

Hallo Hanjoh.,
das stimmt traurig ist auch noch eine Menge Bienen die Du verloren hast. Habe ähnliches auch schon einmal erlebt aber in diesem Jahr bewegt sich noch alles am Hausstand.
Schaun wir mal wie es weiter geht.
Grüße
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Re: Mein erstes Flugblatt, das ich in Dienstweiler verteilte

Beitragvon Koizchen » So 4. Mär 2012, 19:21

Hallo Hanjo,

hattest Du noch eine Winterbehandlung gemacht gehabt? Ich habe von neun Völkern aktuell drei Völker am Fliegen. Landbiene, Carnica und Dunkle. Alle drei sind gut in der Brut und bekamen noch die übrigen Honigwaben der verlorenen Völker zugehängt. So kann der Frühling kommen.

Danach greift die Umstellung auf Varroa-Toleranz.

Grüße

Tim
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Re: Mein erstes Flugblatt, das ich in Dienstweiler verteilte

Beitragvon hanjoheyer » So 10. Mär 2013, 19:39

Der Winter 2012/13 ist beinahe vorüber. Es gab ein paar warme Tage über 15 Grad, an denen ich meine 15 Völker überprüfen konnte. Drei Völker waren tot, eines weisellos, das ich mit dem nebenstehenden Volk vereinigte. 11 von 15 Völker haben also überlebt und sind auch, was die Volksstärke anlangt, in Ordnung.

Ich hatte letzten Herbst nicht mehr die Methode "doppelter Brutstopp" angewandt, da sie entweder nicht funktioneirt oder ich sie nicht richtig durchgeführt hatte. Ich nahm nicht zuletzt Abstand von dieser Methode, da ich ja nicht primär eine biotechnische Varroabehandlung, sondern die Resistenzentwicklung des Biens gegen diese Milben anstrebe. Diese sehe ich mit der Methode der doppelten Ameisensäurebehandlung.

Statt wie vom DIB empfohlen - 4 x mit AS und 1 x mit Oxalsäure zu behandeln -, behandelte ich nur 2 x mit AS und keinmal mit Ox in der Hoffnung, es mögen nicht zu viele meiner Völker sterben und nicht zu viele überleben. Nur bei einem Ausfall von 10 - 40 % bekomme ich die zur Resistenzbildung nötige Ausfall- und Überlebensquote. Bei 11 Überlebenden von 15 liege ich ganz gut.

Derzeit blühen die Schneeglöckchen, die Winterlinge und wohl auch der Hasel. Die Bienen schleppten jedenfalls schon gute Mengen Pollen nach Hause.

Winterlinge:

http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... Ag&dur=458
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