Biotechnische Varroabekämpfung




Hier stelle ich die von mir bevorzugte imkerliche Betriebsweise vor. Kritik und Diskussion sind erwünscht.

Re: Biotechnische Varroabekämpfung

Beitragvon hanjoheyer » Fr 18. Jun 2010, 00:18

Interessant und einleuchtend. Das passt zu dem, was mir vor ein paar Jahren ein Imker aus Berlin am Telefon erzählte und ich inzwischen aus eigener Beobachtung bestätigen kann: Dass Bienen, die einen Schwarm bilden und ein neues Volk aufbauen, viel länger leben, als jene Schwestern, die im Muttervolk verblieben sind. Wenn ein Nachschwarm abgeht, also ein Schwarm mit unbegatteter Königin, dauert es gute vier Wochen, bis die ersten Bienen des neuen Volkes schlüpfen und weitere Wochen, bis die Altbienen abtreten können, da genügend junge Bienen für Ersatz sorgen. Schwarmbienen leben mit einemmal mehr als 2 Monate länger, als die Schwestern, die zu Hause geblieben sind.

Auch die Bienen eines Brutablegers werden wesentlich älter, als ihre Schwestern im Muttervolk. Das habe ich selbst beobachtet. Ich bildete letztes Jahr einen Brutableger. 16 Tage später war die junge Weisel geschlüpft. Eine Woche spärer machte sie sich auf den Hochzeitsflug - und sie kam nicht zurück! Ich gab ein Wabenstück mit Stiften (Eiern) in das Völkchen hinein. 16 Tage später schlüpfte die neue Königin und auch sie machte sich ein paar Tage später auf ihren Hochzeitsflug. Sie kam begattet zurück und begann 5 Tage später zu stiften. 21 Tage danach schlüpften die ersten jungen Bienen. Auch jetzt wurden die Altbienen noch mindestns 2 Wochen gebraucht, damit das Völkchen nicht starb, weil es mit den Jungbienen allein nicht ausreichend die Brut pflegen und Pollen hätte sammeln konnten. Meine Überraschung war groß, als ich entdeckte, dass das Volk immer noch fast so groß war, als wie zuvor. Aber es hatte 16 + 7 + 16 + 5 + 21 + 14 = 79 Tage. Die Altbienen waren also zwischen 79 und 93 Tagen alt, ehe sie starben.

Ich hielt es für möglich, dass das Völkchen (verflogene?) Bienen aus anderen Völkern rekrutiert hatte.

Es gibt noch viele unbeantwortete Fragen zum Bien. So sind zB die Gründe für die Bildung von Bauketten noch völlig unbekannt. http://www.harunyahya.de/bucher/evoluti ... ung_25.php
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Re: Biotechnische Varroabekämpfung

Beitragvon Mannfred » Fr 18. Jun 2010, 10:49

Grüß Dich Joachim,

Das Beispiel des von Dir gebildeten Brutablegers zeigt schön die Bandbreite der Möglichkeiten. In dem Fall hast Du und das Völkchen Glück gehabt. Genausogut hättest Du Waben erwischen können, deren Brut von vorneherein zur schnellen Truppe bestimmt war. Schau Dir einmal genau die Farbe des Futtersaftes in offenen Brutwaben an - ich seh da dick-weiß - das ist Brut die auf Langlebigkeit hin angelegt wird und dünn-wässrig, das ist Brut die von vorneherein auf Kurzlebigkeit angelegt wird. Mittendrin sind immer ein paar größere besonders gut gepflegte Zellen das ist Brut, die im Fall der Fälle zu Königinnen umgeschaffen wird. Das Brutgeschehen hat einen jahreszeitlichen Grundrhytmus, der von den regionalen Trachtmöglichkeiten mit geprägt wird. Der Organismus Bienenvolk ist recht anpassungsfähig.

Brutableger betrachte ich grundsätzlich als zweitklassige Vermehrungsmöglichkeit und denen auch noch die Aufzucht von Nachschaffungsköniginnen zu überlassen, ergibt in der Regel drittklassige Königinnen.

Königinnen sollen in einem voll erstarktem Volk heranwachsen, dort bestehen die besten Bedingungen.

Herzliche Grüße Mannfred
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Re: Biotechnische Varroabekämpfung

Beitragvon hanjoheyer » Fr 18. Jun 2010, 13:04

Zu: "Brutableger betrachte ich grundsätzlich als zweitklassige Vermehrungsmöglichkeit und denen auch noch die Aufzucht von Nachschaffungsköniginnen zu überlassen, ergibt in der Regel drittklassige Königinnen."

Das liest man in fast allen Büchern so, aber Dr. Liebig sagte in einem Vortrag und schrieb in seinem Buch "Einfach imkern", dass alle Königinnen gleichwertig seien. Hätte er das nicht geschrieben, hätte ich dieses Jahr schon keine Brutableger mehr gemacht.

zu: "Königinnen sollen in einem voll erstarktem Volk heranwachsen, dort bestehen die besten Bedingungen."

Das überzeugt, und deshalb werde ich es künftig immer so machen, wie du empfiehlst. Danke!

Das mit der Farbe des Futtersaftes und deren Konsequenzen habe ich noch nirgendwo gelesen. Sehr interessant!!!

Joachim
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