Betriebsweise 2019




Hier stelle ich die von mir bevorzugte imkerliche Betriebsweise vor. Kritik und Diskussion sind erwünscht.

Betriebsweise 2019

Beitragvon hanjoheyer » Sa 29. Jun 2019, 16:49

Vorbemerkung: Ich betreibe außer diesem Forum noch "Hanjoheyers Imkertagebuch" https://wordpress.com/view/hansjoachimh ... dpress.com

Imkern mit der Carbuckelbiene

Nach einem Totalverlust vor einigen Jahren und Neuanfang mit 3 gekauften Carnica-Ablegern habe ich nun endlich wieder 10 Völker. Die gelben Ecken weisen darauf hin, dass die Carnica nicht rein, aber auch keine reinen Buckfastbienen sind. Es ist also gekommen, was hat kommen müssen. Wenn es Buckfast- neben Carnicahaltern gibt, haben am Ende alle "Carbuckel-Bienen", die neue "Landbiene", mit der ich nun imkere.

Meine Betriebsweise. Ob sie neu ist, weiß ich nicht genau. Um es zu erfahren, müsste ich meine alten Artikel noch mal lesen. Ich schreibe hier einfach mal auf, wie ich HEUTE imkere.

Schlagwörter:
1. Kein Zukauf von Edelköniginnen.
2. Gelegentlicher Königinnentausch mit Nachbarn bis 10 km Entfernung.
3. Ohne Absperrgitter -> Waben sortieren: Honig hoch, Brut runter (Methode wie Dirk Unger (s. YouTube)
4. Bei HR-Gabe vor der Rapsblüte: Fluglochfern 1 Block HW in HR geben; vorne 1 Block Mittelwände. Alte (hell- bis mittelbraune) Brutwaben nicht einschmelzen, sondern als Honigwaben nutzen.
5. Bei der Rapshonigernte ca 5 kg bei Bienen lassen, falls es eine Trachtlücke gibt.
6. 8 - 12 Kilo Sommertracht als Winterfutter bei Bienen lassen.
7. Königinnenableger zur Schwarmverhinderung und Varroareduktion.
8. Varroabekämpfung mit Schwammtuch und Oxalsäureträufelung.
9. Königin so alt werden lassen, bis die Bienen selbst still umweiseln.
10. keine Drohnen schneiden.
11. 8er-Zargen statt 10er bevorzugen.

zu 1.: Ich habe gegen diese Regel zwar schon 2 x verstoßen, aber grundsätzlich will ich an ihr festhalten. Besonders ab jetzt, seit ich wieder ausreichend viele Völker habe. Meine Regelverstöße waren sozusagen wegen gewisser Unfälle sinnvoll. Einmal (2018) war mir eine Jungkönigin beim Versuch, sie zu zeichnen, weggeflogen, und aufgrund der vorgerückten Jahreszeit konnte ich keine neue Kö nachziehen lassen. Und einmal (2019) wollte ich unbedingt 10 Völker haben, aber wegen der Königinnenableger, konnte ich die großen Restvölker nicht teilen, da sie keine Stifte enthielten und die Kö-Ableger waren zu klein, um ihnen BW mit Stiften zu entnehmen. Ich wollte keinen Eistreifen ausschneiden; also bestellte ich mir eine Kö beim Imkerprofi.de.

zu 3.: Kein Absperrgitter: Letztes Jahr hatte ich 1 Volk mit Absp.g., es hat sich nicht bewährt. Es wird einfach zu viel Honig unter dem Absp.g. eingelagert und das frühe Schwärmen (wg. Platzmangel unter dem Absp.g.) provoziert. Außerdem schmerzt es mich, zusehen zu müssen, wie sich die Bienen durch das Absp.g. quälen müssen. Das Ding gehört da einfach nicht hin! Wenn ich im HR HW mit Brut habe, lasse ich den Bienen den Honig, da ioch ja ohnehin den Bienen sowieso große Futtervorräte gönne. Es gibt im Sommer immer größere Trachtlücken, die gemeistert werden müssen. Außerdem sah ich im Internet ein Video, in dem der Imker sagte, dass die Bienen sich mehr um ihre Pflege kümmern, wenn sie genug Futter haben und keinen Sammelstress. Sie hätten dann eine geringere Varroabelastung.

zu 4.: Diesen Tipp bekam ich von einem Imker im Internet (Dirk Unger), der ebenfalls ohne Absperrgitter imkert. Aber ich wandte diesen "Trick" bereits intuitiv an: dass die Waben im neu aufzusetzenden HR blockweise und nicht abwechselnd eingesetzt werden. Fluglochfern kommen die fertig ausgebauten Honigwaben hin, vorne Mittelwände.

Es ist Mode geworden, keine leeren leicht bis mittelbraune Brutwaben des Vorjahres in den HR zu geben. Die Imker wollen auch im HR schöne gelbe HW haben. Dabei sind die schon 1 oder 2 mal benutzten Brutwaben in der Schleuder viel stabiler! Der Honig erfährt dadurch keine Beeinträchtigung. Bedenke, dass die Bienen viel lieber ältere Waben benutzen, als die ganz frischen. Auch im BR werden etwas ältere BW bevorzugt. Ich gebe diesem Bienenwunsch gerne nach!

zu 7. Königinnenableger ab Mitte Mai, also während der Rapsblüte machen. 2 Brutwaben mit möglichst alter Brut, Pollenwabe und Futterwabe, sowie eigen Leerwaben ausstatten und in 2-3 km Entfernung aufstellen. Nach 3 Wochen kann der Ableger wieder nach Hause geholt werden. Da der Kö-Ableger schnellen Bienenzuwachs hat, darauf achten, dass immer genug Brutwaben zur Verfügung stehen. Das große "Muttervolk", das nun weisellos ist, sammelt weiterhin Nektar, und da keine Brut in den HR kommen kann, erübrigt sich die Einlage eines Absperrgitters erst recht. Wenn die Nachschaffungszellen schlupfreif sind, möchte ich NICHT alle Weiselzellen bis auf 1 - 2 (wie mir Imker empfahlen) herausbrechen, sondern nur kleine, ungünstig liegende Zellen ausbrechen; alles schönen WZ lasse ich drin, weil ich nicht wissen kann, WELCHE Königin zuerst schlüpft. Ich will hier nicht eingreifen. Falls ich den Zeitpunkt erwische, an dem die erste Kö geschlüpft ist, kann ich die restlichen WZ herausbrechen. Ich gehe mit der Methode das Risiko ein, dass das Volk schwärmt, aber was soll ich machen, wenn ich NICHT alle WZ außer einer brechen will?

zu 8.: Mir sind diese Nassenheider Verdunster (die besser, als die Liebigdispensoren sein sollen) auch zu teuer. Zudem habe ich mit der Schwammtuchmethode gute Erfahrungen gemacht. Letztens sah ich einen Imker, der 2 Bierdeckel als Verdunster nahm. Nun, ich bezweifele, ob 2 Bierdeckel 50 ml AS 60% aufnehmen können. Ich nehme Schwammtücher, lege sie oben auf die Zarge und gebe bei einzargigen Völkern 30 ml AS auf 1 Schwammtuch und bei zweizargigen 50 ml AS auf 2 Schwammtüchern. 12 Tage später wird die Behandlung wiederholt (falls es nicht zu heiß ist). Es gibt da diesen Link "Varroawetter.de"! Ende November Oxalsäure nach Rezept.

zu 11.: Ich habe nebst meiner selbstgebauten 10er Zargen für Deutsch-Normal-Rähmchen auch schmälere Zargen für 8 Rähmchen. Da die Bienen gern hochovale Brutnester anlegen, werde ich wieder zu den 7ern zurückkehren.
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von Anzeige » Sa 29. Jun 2019, 16:49

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Rettungsversuch eines Volkes

Beitragvon hanjoheyer » Fr 12. Jul 2019, 17:55

Ende Mai machte ich einen Brutableger von Volk 8. Alles schien normal zu laufen. Am 28.6. zeichnete ich die neue Königin. Stifte und junge Brut waren wieder vorhanden, aber das Volk war relativ schwach. Am 1.7. hänge ich 2 Brutwaben mit Bienen eines anderen Volkes in einer weiteren Zarge dazu, abgetrennt durch feuchte Zeitung mit Löchern. Ein paar Stunden später hängte ich die beiden Waben aus der obersten Zarge in das Brutnest und entfernte die oberste Zarge wieder. Die neue Brut incl. Bienen wurde angenommen.

Heute stellte ich bei einer Kontrolle fest, dass das Volk immer noch zu wenig Bienen hat, um die Brut zu wärmen. Deshalb siedelte ich es in eine zweizargige Styropor-Ablegerkiste mit 2 x 6 Waben, die sich leichter wärmen lässt, um. Als ich nach dem Mittagessen schaute, ob es einen geregelten Flugbetrieb gab - das Gewitter hatte sich verzogen und die Sonne schien wieder, stelle ich eine riesige Räuberei fest. Ich öffnete die Kiste und sah, dass alle Waben von tausenden Räubern besetzt waren. Das Flugloch war baubedingt ca 3 cm breit. Zu breit! Was tun?

Ich fing die noch lebende Königin heraus, tat sie in einen Abfangkäfig, fegte alle Bienen von allen Waben, und gab die bienenbefreiten Brut, Pollen- und Honigwaben in eine neue Zarge, die ich über Absprerrgitter auf ein starkes Volk (V10) stellte. Nach 1 Stunde hatten sich die Räuber verzogen. Die Bienen des schwachen Volkes versuchten sich im Nachbarvolk (V2) einzubetteln. Es gab ein mehr oder weniger starkes Gemetzel, zumindest anfangs. Da ich die Kö retten wollte und sie Bienen zur Pflege beraucht, stellte ich die leere Ableger-Beute mit einer Leerwabe auf den alten Standort von V3 und legte den Fangkäfig mit der Kö hinein, innen, am Flugloch. Die Bienen des V3, die sich eben noch beim Nachbarn einbettelten, kehrten um und liefen in ihre alte Beute zurück. Tolles Schauspiel!

Da es wieder einmal gewittert, werde ich morgen die V10 über Absperrgitter aufgesetze Zarge mit dem Wabenwerk von V3, die inzwischen mit Bienen aus V10 gefüllt ist, auf einen Standort in 3 km Entfernung aufstellen, sie ihre Weisellosigkeit spüren lassen und dann die Kö im Zusetzkäfig zusetzen. Die wenigen hundert Bienen der Kö im Styroporkasten mit der einen Wabe müssen sich dann doch im Nachbarvolk einbetteln.

Ob diese Idee gut war, weiß ich nicht. Die gerettete (?) Kö ist wieder kleiner geworden, d.h. aus der Brut gegangen. Das kann aber auch daran liegen, dass die vergangenen Wochen sehr heiß und trocken waren und die Blüten seit Wochen nichts mehr hergeben. Auch Königinnen anderer Völker sind aus der Brut gegangen.
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Rettungsversuch, Teil 2

Beitragvon hanjoheyer » Sa 13. Jul 2019, 09:17

Da ich gestern Abend einen Termin hatte, konnte ich meinen Rettungsversuch erst heute Morgen weiterführen. Früh um 7 öffnete ich den Kasten mit dem kläglichen Restvölkchen V3: Ca. 150 klamme Bienen und die klamme Weisel! Ich tat sie in einen Zusetzkäfig, der mit Futterteig verschlossen war und steckte sie in die Hosentasche. Dann öffnete ich Volk 5, auf dem die Waben von V3 über Absperrgitter aufgesetzt waren. Ich gab diese Waben mit aufsitzenden Bienen in eine Ablegerkiste, fegte weitere Bienen hinzu und brachte den "Ableger" (Saugling) auf einen Platz in 3 km Entfernung. Da die Kö immer noch klamm war und ohne Hilfe nicht mehr lange leben würde, gab ich sie sofort in ihr neues Völkchen. Es besteht zwar die Möglichkeit, dass sie abgestochen wird, da das Volk seine Weisellosigkeit noch nicht spürte, aber ich konnte nicht mehr warten, denn sonst wäre mir die Kö gestorben.
Heute Abend werde ich nachschauen, ob die Kö noch lebt und aus dem Zusetzkäfig befreit ist. Falls sie tot ist, werde ich das Volk wieder mit dem Muttervolk vereinigen.
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Rettungsversuch, Teil 3

Beitragvon hanjoheyer » Sa 13. Jul 2019, 22:02

Am Nachmittag fuhr ich zum Brutableger, dem ich am Vormittag die fast tote Weisel aus Volk 3 zugesetzt hatte: Sie ist wohlauf! Ich befreite sie aus dem Zusetzkäfig, dessen Futterteigbarriere noch nicht ganz beseitigt war. Das "runderneuerte" Volk 3 muss nun 2 Wochen dort stehenbleiben, bis die alten Flugbienen gestorben sind. Dann werde ich das Volk auf den alten Standplatz zurück stellen. Honig und Pollen sind genug vorhanden, sodass ich nicht nachschauen muss. Allerdings ist nicht sicher, ob die möglicherweise unterkühlte Brut überlebt hat. Deshalb werde ich doch regelmäßig nachschauen, ob sie schlüpft oder ausgeräumt wird.

Nachtrag 24.7.: Gestern Abend um 21.00 holte ich das Volk zurück in den Garten. Heute Morgen schaute ich nach: Kö wohlauf, Pollen und Honig vorhanden, wenn auch nur in geringen Mengen. Ich gab dem Völkchen 1/2 Liter ApiInvert und machte den Deckel wieder zu, um es nicht zu stören. Es muss sich erst einfliegen, bevor ich richtig nachschaue. Die Brut war offensichtlich NICHT verkühlt, denn der Ablegerkasten (6 Waben DN, erweitert um eine Zarge mit weiteren 6 Waben) war voll mit Bienen.

Ich bin gespannt, ob sie nach ihrem Beinahetod nun wieder stiftet. Frage an die Experten: Sind kleine Weiseln schlechter, als große? Ich habe so richtig prächtige Weiseln mit einem "Riesenhinterleib", aber auch solche mit recht kleinem. Hat das äußere Erscheinungsbild etwas mit der Legeleistung zu tun? - Ich werde, sollten die kleinen "schlechter" sein, NICHT umweiseln, da für mich ausschließlich die Varroaabwehr zählt und nicht etwa die Menge der Nachkommenschaft.
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Re: Betriebsweise 2019

Beitragvon hanjoheyer » Mo 15. Jul 2019, 16:12

Neuerung: Früher legte ich zwischen oberster Zarge und Deckel eine Plastikfolie. So machten es alle, also auch ich! Ich glaubte sogar, dass das Kondenzwasser unter der Folie nützlich für den bien sei. Diese Meinung hat sich nun ins Gegenteil verkehrt. Ich las Berichte, in denen es heißt, das Kondenzwasser führe zur Schimmelbildung, was das Volk sehr belaste. Trockene Beuten ergäben trockeneren Honig, weniger Arbeit für den Bien und dadurch besseres Putzverhalten (Bienen ohne Stress putzen sich intensiver!). Das könnte auch der Varroamilbenreduktion dienen.

Ich kam auf die Idee, 10 cm hohe Zargen zu bauen, die unten mit einem Tuch bespannt sind und von oben her mit Hobelspänen aufgefüllt sind. Damit das Tuch nicht auf den Oberteilen der Rähmchen aufliegt, sind Abstandshalter eingebaut. Diese Konstruktion befindet sich nun zwischen oberster Zarge und Deckel. Nach und nach werde ich weitere Beuten mit diesem System ausstatten.
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Carbuckelbiene

Beitragvon hanjoheyer » Mi 17. Jul 2019, 08:25

Wo ist sie?
Bei meiner letzten Durchsicht meiner Völker stellte ich mit Erstaunen fest, dass es so gut wie keine Carbuckelbienen mehr gibt! Wo sind sie geblieben? Es sind doch dieselben Weiseln in den Bienenstöcken! Im April bemerkte ich viele Bienen mit orangenen Ecken, die auf Buckfast hinweisen. Heute finde ich derartige Bienen nicht mehr! Ein Rätsel!
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Re: Betriebsweise 2019

Beitragvon Mannfred » Mi 17. Jul 2019, 10:37

Grüß Euch,

Nix Rätsel, die Königin hat sich mit unterschiedlichen Drohnen gepaart, das resultiert in unterschiedlichen Fraktionen innerhalb ihrer Nachkommenschaft.

https://www.youtube.com/watch?v=wvZicO-Qwyo

ab 34:00 wirds besonders interessant.

http://www.mdasplitter.com/docs/IBA%20K ... rt%201.pdf

HG Manfred
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Re: Betriebsweise 2019

Beitragvon hanjoheyer » Mi 17. Jul 2019, 14:20

ACH!!! - Darauf hätte ich selber kommen können und müssen! Danke für des Rätsels Lösung!

Sehr interessant auch ab Minute 27 des Vortrages von Ralph Büchler: Eine Pflegebiene kann bis zu 4,5 Larven versorgen, was in kleinen Völkern bisweilen geschieht, aber aufgrund dieser Anstrengung ist ihre Lebensdauer auf nur 2 Wochen begrenzt. Wenn dann noch eine Störung hinzukommt, zB das Öffnen der Beute, kann das ganze Volk zusammenbrechen. Die Methode von Pia Aumeier, aus einem Volk bis zu 10 (1-Waben-) Ableger zu machen, funktioniert, aber sie bedeutet für den Bien sehr viel Stress. Das mag für Gewinnmaximierer "sinnvoll" sein, aber es dient nicht dem Bienenwohl.

Interessant fand ich auch die Aussage, dass die Bienen NACH einer AS-Behandlung physiologisch anders sind, als vorher. Ich denke, er meint eine dauerhafte Schädigung, zB der Fühler, aber auch innerer Organe. AS ist bienenschädlicher, als viele Imker denken mögen.

Wichtig ist der Hinweis Büchlers, dass es wesentlich dem "Bienenwohl" beiträgt, wenn man die Bienen nicht zwingt, sich im wahrsten Sinne des Wortes totzuarbeiten. In schwachen Völkrn arbeitet sich eine Biene für bis zu 4 Larven ab; in starken betreut eine Biene kaum mehr als eine Larve und lebt länger. Sie kann sich auch Tätigkeiten widmen, die auf der Prioritätenliste weiter unten stehen, zB der Körperpflege und somit der Varroabekämpfung. Wenn wir dem Bien mehr Honig überlassen, ist der Sammeltrieb vermindert. Auch das trägt dem Volkswohl bei. Gut isolierte Beuten vermindern die Notwendigkeit des Heizens. Nicht zu große Fluglöcher vermindern die Notwendigkeit der Fluglochbewachung. Wichtig wäre auch die Einzelaufstellung der Beuten, also keine Aufstellung in Reihen oder Gruppen wie bei mir im Garten. Auch das seltene Öffnen der Beuten trägt dem Bienenwohl bei.
Ich kann nicht alle optimierenden Bedingungen herstellen, aber doch einige.
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Jung- und Altvölker

Beitragvon hanjoheyer » Mi 24. Jul 2019, 09:47

Ich habe 5 Altvölker mit Weiseln von 2018 (rot) und 5 Jungvölker mit Weiseln dieses Jahres (grün). Da ich Königinnenableger gemacht hatte, saßen die Weiseln in den kleinen Völkern und die großen Völker, die den Honig eingetragen hatten, waren 4 Wochen weisellos. Mich interessiert nun die Varroabelastung dieser 10 Völker.

3 der 5 "Ableger" mit Kö haben viele Milben ( 10 - 15 täglich), 2 "Ableger" und alle 5 Hauptvölker, die 4 Wochen ohne Kö waren, haben zwischen Null und 2 Milben täglich. Da ich mit der "ganz neuen Betriebsweise" erst nächstes Jahr so richtig beginnen werde, habe ich die belasteten Völker je 2 x und die wenig belasteten 1 x mit Milchsäure behandelt. (Ich will unbedingt möglichst alle Völker durch den Winter bringen, um sie im kommenden Jahr auf 20 Völker zu vermehren, damit ich mehr "Spielraum" für meine Bemühungen um Varroatoleranz/-resistenz zu bekommen.

Wie schätzt ihr die Varroabelastung meiner Völker ein?
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Rettungsversuch, Teil 4

Beitragvon hanjoheyer » Do 25. Jul 2019, 15:53

Heute früh siedelte ich das Völkchen in eine Holzbeute um, damit ich künftig die Milben zählen kann. Leider machte ich den Fehler, das Flugloch nicht einzuengen. Es war 10 cm lang und 2 cm hoch, leider zu groß für das Volk, um sich gegen Räuberei zu wehren. Als ich 2 Stunden später wieder hinkam, war die Räuberei voll im Gange. Sofort engte ich das Flugloch bis auf Bienenbreite ein, und ich denke, dass sich die Räuber allmählich verziehen werden.
Wegen der Hitze (35 Grad) sprühte ich Wasser auf die sonnenbeschienene Seite. Ich dachte, die Bienen brauchen Kühle, und wegen des engen Fluglochs können sie nicht fächeln. Auch das war keine gute Idee, denn sofort kamen wieder hundert Bienen, um das Wasser aufzunehmen, und es wurden immer mehr. Zum Glück ist das Wasser wieder weg und es kehrt hoffentlich bald wieder Ruhe ein!
An allen anderen Kästen ist Siesta. Zwischen 10 und 50 Bienen sitzen träge am Flugloch; ein paar fächeln Wind aus den Kisten....
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