Aktuelles bei Hanjoheyer 2013




Hier stelle ich die von mir bevorzugte imkerliche Betriebsweise vor. Kritik und Diskussion sind erwünscht.

Aktuelles bei Hanjoheyer 2013

Beitragvon hanjoheyer » Mi 3. Apr 2013, 09:04

Wiederholung des ersten Postings vom 7.3.2013:

Die letzten drei Tag waren sonnig; die Temperatur stieg auf bis zu 15 Grad; die Bienen flogen endlich wieder, und ich war glücklich, dass dieses Jahr mehr Völker als letztes Jahr überlebt haben.

Von den 9 Völkern im Garten überlebten acht; eines war weisellos und wurde mit dem Nachbarvolk vereinigt.
Am Außenstand "L" überlebten beide Völker; am Außenstand "Douglasienschonung" waren beide Völker tot. Am Außenstand "M" lag noch viel Schnee und es war viel kälter als zB im Garten, sodass ich noch nicht nachschauen wollte. Gegen Mittag liefen vor den Fluglöchern einzelne Bienen herum, was mich hoffen lässt, dass beide Völker noch leben.

Wenn alles gut geht, hätte ich dann 11 Überlebende und 4 Tote.

Vorgestern beobachtete ich, dass alle Völker Pollen sammelten. D.h., dass sie Brut haben.
Gestern säuberte ich die Beutenböden von toten Bienen und schaute nach, ob überall Brut war. Alles ok.
Einigen Völkern gab ich gut erhaltene Futterwaben aus den toten Völkern.
Einige Völker reduzierte ich von 2 auf 1 Zarge.
Heute sortierte ich die Waben der toten Völker: Waben zum Einschmelzen, Futterwaben, Leerwaben, Rähmchen. Die Futterwaben enthielten zT Zellen mit Kondenzwasser, das sich nicht restlos herausschütteln ließ. Ich gab sie in einen Turm aus 5 Zargen, oben und unten mit Gaze bienendicht gemacht. Ich erwarte, dass der sog. Kamineffekt die Waben trocknen wird - falls die Sonne scheint.

03.04.2013: Nach den oben geschilderten 3 oder 4 relativ warmen Tagen kam ein bis heute vierwöchiger Frost und Schnee zurück. Gestern schien endlich einmal die Sonne - bei max 8 Grad - an den windgeschützten Völkern gab es etwas Bienenflug. Einige Bienen brachten sogar etwas Pollen ein. Gegen 16 Uhr wurde es dann wieder zu kalt; ein kalter Wind wehte aus Ost. Noch heute liegt auf schattigen Teilen des Gartens Schnee, und wenn ich aus dem Fenser schaue - es ist 9 Uhr - schneit es wieder einmal etwas. Wir haben dieses Jahr einen der 6 kältesten Märzen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der April setzt die Hochdruckwetterlage mit Eiswind aus Nordost fort. Im Moment beträgt die Temperatur direkt im Haus 2 Grad plus. Immerhin!
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Beitragvon hanjoheyer » Do 4. Apr 2013, 17:58

Heute war ein kalter, sonniger Tag. Trotzdem taute die Sonne die letzten Schneereste im Garten. Am nördlichen Waldrand liegt allerdings immer noch Schnee. Die Temperatur stieg an sonnigen Plätzen bis 15 Grad; im Schatten war es immer noch lausig kalt. Trotzdem flogen die Bienen (7 Völker im Garten) ab Mittag und sammelten etwas Pollen. Die 4 Völker an den beiden Außenständen habe ich nicht begutachtet.
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Re: Aktuelles bei Hanjoheyer 2013

Beitragvon hanjoheyer » So 14. Apr 2013, 23:07

Heute war der erste warme Tag seit Anfang März. Vorgestern taute der letzte Schnee. Die Schneeglöckchen sind verblüht. Es blühen Krokusse, erste wilde Veilchen, Gänseblümchen, wahrscheinlich auch die Haselnuss. Die Bienen trugen eifrig Pollen ein. Die beiden Völker uf dem Berg fanden allerdings nicht viel Pollen, da es im weiten Umkreis keine Gärten gibt. Wie es aussieht, haben 11 von 15 Völkern den langen Winter überlebt. Wenn es warm bleibt, werde ich in den nächsten Tagen die Völker überprüfen:
1. Weisel vorhanden?
2. genug Futter vorhanden (es sollten noch ein paar volle Futterwaben vorhanden sein)
3. Ist genügend Brutfläche (leere Zellen, die bestiftet werden können) vorhanden?
4. Wie groß sind die Flächen mit Stiften, junger und verdeckelter Brut?
5. Wie stark ist das Bienenvolk?
6. Evt. Beutenboden säubern.
7. Leere alte Waben durch neue Waben ersetzen (Bauerneuerung)
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Re: Aktuelles bei Hanjoheyer 2013

Beitragvon hanjoheyer » Di 16. Apr 2013, 08:58

Gestern war wieder ein warmer Tag. Ich überprüfte die 7 Völker im Garten. 6 Völker füllten jeweils 8 Wabengassen; eines, vor dessen Flugloch ein paar Dutzend tote Bienen lagen, 4 Wabengassen.
Außer beim kleinen Volk, bei dem ich nur Stifte fand, gab es überall Brut in allen Entwicklungsstadien: Relativ wenig entwickelte Brut, viele Sifte. Offenbar haben die Völker des schlechten März-Wetters wegen eine Brutpause eingelegt. Trotzdem sind die Völker recht stark; bei 2 Völkern waren die Kö unmarkiert. Haben wohl die Plättchen verloren.

Ich gab den einzargig Überwinterten wegen mangelnder Flächen zum Stiften eine 2. Zarge, in die ich ins vordere Drittel die Futterwaben und hängte. Außerdem unvollständige Leerwaben, bei denen nur die oberen Hälften ausgebaut sind. Ich hoffe, die Bienen bauen die Waben demnächst fertig. In die untere Zarge gab ich komplette Leerwaben zum Bestiften. Bei einigen älteren Waben schnitt ich die unteren Bereiche mit Drohnenzellen heraus. Ich hoffe, dass die Waben mit Arbeiterinnenzellen ergänzt werden.

Heute werde ich, falls die Sonne scheint, weitere alte leere Waben einschmelzen, Bienenkästen reparieren, Rähmchen säubern. Die übriggebliebenen verdeckelten Futterwaben (der 4 toten Völker) habe ich in einen Zargenturm gegeben, unten mit Beutenboden und verschlossenem Flugloch, oben feiner Maschendraht und mit Abstand über dem Maschendraht ein Deckel aufgelegt. So entsteht ein Kamineffekt. Ich hoffe, dass die Waben trocken bleiben/werden.
Sobald die Bienen genug Nektar finden, muss ich die Futterwaben entnehmen und in den Trockentum geben.
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Re: Aktuelles bei Hanjoheyer 2013

Beitragvon hanjoheyer » Mo 22. Apr 2013, 17:20

Heute war das Wetter bedeckt bei ca 15 Grad, trocken.
Ich beobachtete, ob alle Völker Pollen sammeln, denn werden Pollen gesammelt, ist Brut vorhanden - und natürlich die Kö. Das schwache Volk 4 (4 WG) trug kaum Pollen ein, sehr stark sammelte V5, die anderen Völker etwas weniger als V5. Bei V5 beobachtete ich heute Morgen, dass die Bienen bereits bei bei geringerer Temperatur (um 10 Grad) zu sammeln begannen.

V4 muss ich mir morgen genauer ansehen.
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Re: Aktuelles bei Hanjoheyer 2013

Beitragvon hanjoheyer » Fr 26. Apr 2013, 09:40

Volk 11 auf dem Berg existiert nicht mehr. Gestern stelle sich bei diesem winzigen Restvolk heraus, dass es weisellos war. Ich vereinigte es mit V10, das daneben stand. Bei einer ersten groben Durchsicht an den drei warmen Tagen Anfang März sah alles noch normal aus. Ich bemerkte die Weisellosigkeit so spät, weil ich bis nach dem Kauf eines neuen Autos, einen kleinen Transporter mit großem Kofferraum (Citroen Berlingo), warten wollte, um endlich alle Imkerutensilien praktikabel transportieren zu können; bei dem alten Fiat Punto war es jedesmal ein Alptraum, alle eventuell nötigen Ausrüstungsgegenstände stets mitführen zu wollen. Nach der Festellung der Weisellosigkeit war es ein Leichtes, die Völker zu vereingen und zudem die schmalen 7-Waben-Beuten durch eine normale 11-Waben-Beute zu ersetzen.
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Re: Aktuelles bei Hanjoheyer 2013

Beitragvon hanjoheyer » Mo 6. Mai 2013, 08:54

Die Natur ist regelrecht "explodiert"! Binnen weniger sonniger, warmer Tage kamen Löwenzahn, Ahorn und Kirsche zur Blüte und gestern entdeckte ich auch die ersten Rapsblüten.

Die Bienen füllen nun 1,5 bis 2 Zargen und ihre Volksgröße wächst rasant. Drei Völkern gab ich gestern die Honigräume.

Zum Thema Brutraumerweiterung schrieb ich gestern eine Erweiterung in "Meine Betriebsweise" ungefähr: Falls die BR-Erweiterung mit Rähmchen mit Anfangsstreifen durchgeführt wird, muss diese Zarge natürlich unter den 1. BR gestellt werden. Erst ab 4 ganzen etwa mittig plazierten Leerwaben (Rest: Rähmchen mit Afs) kann die Erweiterungszarge obenauf gestellt werden. (Bei einem Volk musste ich den aufgesetzten 2. BR wieder abnehmen und nach unten verlegen; die 2 ganzen Waben hatten nicht ausgereicht, die Bienen nach oben zu ziehen, damit sie von oben her die angrenzenden Rähmchen mit Afs ausbauen.
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Re: Aktuelles bei Hanjoheyer 2013

Beitragvon hanjoheyer » Mi 8. Mai 2013, 09:22

Den 7.Mai kann man als Beginn der Rapsblüte in dieser Gegend datieren, obgleich die Bienen noch vorwiegend Kirsche und Löwenzahn bevorzugen. Einige Wiesen sind knallgelb vom Löwenzahn.

Gestern und heute schrieb ich in "Meine Betriebsweise" Neues über die Völkererweiterung im Frühjahr, da es mir gelungen ist, die ohnehin funktionierende Praxis in eine konsistente "Theorie" umzumünzen und auf diese Weise eine bessere Ordnung in meinem Kopf herzustellen.

Ich führte den Begriff "Honiggrenze" ein. Die Grenze wischen Brut/Pollenspeicher und Honigkappe verlagert sich im natürlichen Volk in natürlicher Baumhöhle bei Sammelerfolgen nach unten, engt den Brutraum ein, was den Schwarmtrieb auslöst. Der Imker, der Honig ernten will, muss den Schwarmtrieb unterbinden, bzw. hinauszögern. Deshalb sorgt er dafür, dass die Honiggrenze nicht nach unten wandert, sondern zwischen HR und BR bleibt. Er setzt rechtzeitig einen 2. BR unter den ersten BR, was für ausreichende Flächen zum Bestiften sorgt und erweitert nach oben mit einem HR, was die Bienen veranlasst, Honig hochzutragen, statt nach unten. Bei Völkerdurchsichten während der Massentracht werden volle Honigwaben vom BR in den HR umgehängt und Leerwaben in den BR gehängt.

Inzwischen habe ich dreien meiner 10 Völkern die HR aufgesetzt. Bei den anderen Völkern bleibt noch eine Woche Zeit, da die BR am Rand noch genügend viele leere Waben aufweisen. Gestern Vormittag hatte es geregnet; am Nachmittag schien jedoch die Sonne. Auch heute Vormittag scheint bereits die Sonne; der Rasen trocknet gerade ab; die Bienen fliegen eifrig.

10.5.13: "Meine Betriebsweise" auf neuesten Stand gebracht. Viele kleine Verbesserungen, einige Ergänzungen und auch Streichungen.
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Re: Aktuelles bei Hanjoheyer 2013

Beitragvon hanjoheyer » Sa 11. Mai 2013, 11:03

Ich habe in den letzten beiden Tagen sehr viel an diesem Forum gearbeitet. Seit ich kürzlich Wesentliches begriffen habe, hat sich Vieles vereinfacht. All diese 1000 diversen Betriebsweisen, mit denen die Imkerzeitschriften vollgestopft sind, die 1000 Tipps und Kunstfertigkeiten - kann ich alle vergessen. Gott sei Dank!

Das wenige Gute, das übriggeblieben ist von diesem unüberschaubaren chaotischen Wust von Ratschlägen und Methoden ist:

1. Im zeitigen Frühjahr (mit Beginn des Bienenfluges/Reinigungsflüge) Mäuseschutzgitter entfernen, Beutenböden grob reinigen.
2. 2-zargig überwinterten Völkern eine Zarge mit leeren Waben wegnehmen, damit diese nicht schimmeln.
3. Schwarze und verschimmelte Waben einschmelzen.
4. Rechtzeitige Erweiterung des Brutraumes durch Unterstellen eines 2. Brutraumes, bestehend aus senkrecht gedrahteten Rähmchen mit 1 cm - Anfangsstreifen (aus Mittelwänden ausgeschnitten).
5. Rechtzeitige Erweiterung um Honigraum mit mindestens 4 ausgebauten Waben. Restl. Waben: Nicht fertig ausgebaute Waben, Rähmchen mit Anfangsstreifen.
6. Herausbildenlassen einer "Honiggrenze" macht Absperrgitter überflüssig.
7. Hochhängen voller Honigwaben aus BR in HR. Runterhängen leerer Waben vom HR in die BR.
8. Während der Kontrolle der Brutflächen und Honigwaben (7.) wird auch nach Weiselzellen Ausschau gehalten, die entweder herausgebrochen oder zur Völkervermehrung verwendet werden.
9. Vermehrung über Schwarmvorwegnahme oder Fegling, nur ausnahmsweise über Brutableger.
10. Stilles Umweiseln erwünscht (keine Altköniginnen entfernen)
11. Honigernte(n)
12. Bodeneinlagen einlegen, Milben zählen
13. Fluglöcher verkleinern, um Räuberei zu verhindern.
14. Varroabekämpfung unmittelbar nach letzter Honigernte: 2 x AS 60 % auf Schwammtuch im Abstand von 5 - 7 Tagen. Nach jeweils 3 Tagen Entfernung der Schwammtücher. Optimale Außentemperatur beachten.
15. Fütterung: 1 Kanister/Eimer ApiInvert pro Volk.
16. Nach Abschluss der Varroabekämpfung Mäusegitter anbringen. Fertig.

17. Sobald mehrere Jahre hintereinander mehr als 80 % aller Völker den Winter überleben, wird nur noch einmal mit AS behandelt.
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Re: Aktuelles bei Hanjoheyer 2013

Beitragvon hanjoheyer » Do 16. Mai 2013, 23:29

Es regnet seit Tagen. In den wenigen Stunden, in denen es nicht regnet oder nur nieselt, fliegen die Bienen aus. Trotzdem ist es ein Jammer, in 200 m Entfernung die riesigen blühenden Rapsfelder zu sehen - und die Bienen können sie kaum nutzen.

Obwohl die Völker kaum mehr als eine Zarge füllen und der untere Brutraum nur zu einem Drittel genutzt wird, habe ich die Honigräume aufgesetzt. Die HR bestehen jeweils aus 4 ganzen Waben und sieben Rähmchen mit Anfangsstreifen. Ich hoffe, dass die Rahmen zu Waben ausgebaut werden, währen die Bienen auf besseres Wetter warten. Ich vermute allerdings, dass die Rahmen erst ausgebaut werden, wenn der Platz wirklich gebraucht wird.

Das schwache Volk und das Volk, das neben ihm steht, zeigen einige gelbe Kotspritzer am Flugbrett und an der Beute. Eigentlich kein Wunder bei dem miesen Wetter der letzten Tage. Meine Erfahrungen der letzten Jahre besagen, dass die Bienen mit dieser Krankheit (welcher?) selber fertig werden, wenn das Wettrer wieder besser wird. (Das schwache Volk sitzt nachwievor in einer Zarge). Trotzdem habe ich mich per Internet über Bienenkrankheiten erkundigt - siehe Link in "Meine Betriebsweise".

18.5.: Zum Glück sind seit gestern, als beim Regen die Kotspritzer weggewaschen worden waren, heute keine neuen Spritzer hinzugekommen. Heute scheint die Sonne bei 12 GRad; die Bienen fliegen.
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