Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer




Hier stelle ich die von mir bevorzugte imkerliche Betriebsweise vor. Kritik und Diskussion sind erwünscht.

Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer

Beitragvon hanjoheyer » Do 5. Apr 2012, 07:58

Ich hab's in "Meine Betriebsweise" schon unten an den einführenden Artikel angehängt: Ich hatte im Winter verheerende Völkerverluste. Schon letzten Herbst verlor ich 10 von 35 Völkern und im Winter noch einmal 21, sodass nur noch 4 übrigblieben. Ich gehe davon aus, dass die Varroabekämpfung mittels Zwischenbodenableger und die Nichtbehandlung anderer Völker gescheitert ist. Die Ableger wurden ja nicht zB mit AS entmilbt, sondern ich vertraute darauf, dass die Milben mangels Bienenbrut "irgendwie" abgingen. Ich fürchte nun allerdings, dass sie den Weg zu den Muttervölkern gefunden und diese reinfiziert haben.
Wahrscheinlich wäre es erfolgversprechender gewesen, die (zB im Abstand von 10 Tagen) komplett entnommene verdeckelte Brut zu vernichten, statt Ableger daraus zu machen. Aber wenn man schon so rabiate Methoden anwendet, kann man auch gleich AS verwenden - und man kann wenigstens Ableger aus der entnommenen Brut machen. Eine komplette Brutentnahme trägt ja auch nicht zur Varroaresistenzbildung bei.

Dieses Jahr muss ich zuallererst meine 4 Völker wieder auf 15 oder 16 vermehren. Die Ableger werden mit 1x AS entmilbt. Die Winterbehandlung sollte dann (statt der klassischen 4 AS-Behandlungen) 3 x AS betragen, bis ich ein Gefühl dafür bekomme, wie wenig, bzw. wieviel AS-Behandlungen man braucht, um eine Überlebensrate von ca. 70 % zu erhalten. Nachwievor bin ich der Überzeugung, dass Resistenzbildung nur möglich ist, wenn nicht alle überleben und wenn nicht alle sterben.
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Re: Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer

Beitragvon Horst » Do 5. Apr 2012, 10:46

Hast du es schon mal mit Milchsäure versucht? Brutableger ohne Königinn entwickeln sich über eine Brutpause in dieser Zeit kann man 2-3 mal mit Milchsäure besprühen ohne dass man das Völkchen geschädigt wird.
Grüße, Horst
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Re: Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer

Beitragvon hanjoheyer » So 8. Apr 2012, 10:32

Mir scheint AS besser als MS zu sein. Ich hatte 1 x Ms benutzt.
Ich plane, Brutableger zu machen, um Milben aus den Muttervölkern herauszubekommen. Die Ableger können leicht mit AS entmilbt werden, ohne dass ich warten muss, bis die Brut ausgelaufen ist.
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Re: Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer

Beitragvon hanjoheyer » Di 8. Mai 2012, 21:29

Raps, Löwenzahn und Apfel blühen. Heute habe ich den beiden Völkern am Außenstand die Honigräume aufgesetzt. Brut war in allen Entwicklungsstadien ok. Königinnen nicht gefunden. Brutraum drohte bereits zu verhonigen. Letzte Woche erschienen mir die beiden Völker noch so schwach und es war noch so viel Platz übrig, dass ich auf Erweiterungszarge verzichtete. Heute herrschte zu meiner Überraschung große Enge. Ich fand nur einige Spielnäpfchen. Der Schwarmtrieb ist noch nicht erwacht.
Ich habe bei beiden Völkern verdeckelte Drohnenbrut herausgeschnitten.

Vor einigen Tagen hatte ich die beiden verbliebenen Völker im Garten untersucht. Das sehr starke Volk 22, das im Herbst vermutlich viele Bienen aus sterbenden Nachbarvölkern aufgenommen hatte, hat den Honigraum schon länger. Wegen der vermutlich vielen Milben schnitt ich von der überraschend geringen verdeckelte Drohnenbrut etwas heraus. Keine Spielnäpfchen. Königin vorhanden.

Bei Stichproben von den verdeckelten Drohnenzellen fand ich keine Milben.

Volk 2 war vor einigen Tagen noch etwas schwach. Deshalb muss es noch mit nur 2 Zargen auskommen. Wegen der heutigen Überraschung an den Außenstandvölkern werde ich morgen mal nachschauen, wie die Situation bei V2 jetzt ist. Vllt kann ich auch hier den HR aufsetzen. Das Rapsfeld liegt nur 200 m weit weg.

Die den toten Völkern entnommenen verschimmelten Waben sind nun alle eingeschmolzen. An sonnigen Tagen lief der Sonnenwachsschmelzer von morgens 10 bis abends 17.00 Uhr. Alle 10 Minmuten musste ich die geschmolzenen Waben entnehmen und den Wachsschmelzer wieder befüllen. Fließbandarbeit. Jetzt kommen die Futterwaben dran. Sie sind wohl nicht mehr zu gebrauchen. Das Futter ist kristalisiert und die meisten Waben sehen recht hässlich aus. Ein befreundeter Imker versucht das Futter zurückzugewinnen: Entdeckeln, befeuchten, Kristalle auflösen lassen, schleudern, Futter in Kanister füllen, im Herbst wieder verflüssigen und verfüttern. Diese Sauerei tu ich mir nicht an. Ich schmelze die Waben ein und schütte den sicherlich HML-belasteten "Honig" weg. Ich habe ja nur 4 Völker, die ich vllt auf 12 vermehren kann. Ich leiste mir lieber den Kauf von 12 Eimern ApiInvert, als die "Dreck"-Waben zu schleudern.
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Re: Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer

Beitragvon hanjoheyer » Mo 14. Mai 2012, 21:26

Gestern machte ich von V22, das auf 4 Zargen sitzt (2 BR, 2 HR) einen ersten Ableger: 3 Brutwaben mit ansitzenden Bienen + Bienen einer Wabe hinzugefegt. Außerdem kamen in die 6-Waben-Stroporbeute 1 Leerwabe und 2 Futterwaben.
Heute fing ich im Dorf einen Schwarm ein, sodass ich nun bereits wieder 6 Völker habe. Ich habe den Schwarm in der Schwarmfangkiste nach Hause gebracht und dort in eine neue Beute eingeschlagen.
Morgen werde ich nachschauen, ob die Kö dabei ist - was allerdings aufgrund des Verhaltens des Schwarmes sehr zu vermuten ist.
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Re: Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer

Beitragvon hanjoheyer » Di 15. Mai 2012, 19:23

Heute Morgen suchte ich noch einmal die Stelle auf, an der ich gestern den Schwarm eingefangen hatte. Trotz des kalten Wetters - 8 Grad, nass, windig - flogen tatsächlich einige Bienen um den Holunderbusch herum, aus dem ich den Schwarm gepflückt hatte. Beim genauen Hinsehen entdeckte ich dann in der Nähe in einem Mauerloch regen Flugverkehr! Es gibt dort also einen wild lebendes Bienenvolk! Am Nachmittag telefonierte ich dann mit den Eignern des Anwesens. Die Frau des Hauses erzählte mir, dort würden bereits seit Jahren Bienen herumschwirren!

Wenn das stimmt, könnte es sich um varroaresistentes Volk handeln. Falls es mir erlaubt wird, werde ich in der Nähe dieses Volkes eine leere Beute aufstellen, auf dass sich dort noch mehr Schwärme einfinden mögen.
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Re: Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer

Beitragvon hanjoheyer » Do 17. Mai 2012, 20:08

Der Schwarm steht nun einer Beute mit 2 Futterwaben und Leerwaben im Hausgarten. Im Gegensatz zu den anderen Völkern, die heute fleißig Pollen und Nektar eintrugen, schwirrten einige Bienen des Schwarms bloß um die Beute herum, ohne Pollenhöschen. Ich vermute, dass die Bienen erst dann Pollen sammeln, wenn die Königin mit Eiablage beginnt.
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Re: Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer

Beitragvon hanjoheyer » So 20. Mai 2012, 22:54

Vorgestern suchte ich den Schwarm wiederholt nach der Königin durch und fand wieder nichts. Da das Volk braust, vermutete ch, dass keine Kö vorhanden ist. Ich setzte aus Volk 1 eine Brutwabe mit Stiften hinzu, um in einigen Tagen sehen zu können, ob eine Kö da ist oder nicht. Sollte auf dieser Wabe eine Weiselzelle angesetzt werden, fehlt die Königin. Einige Stunden nach dem Einhängen der BW hörte das Brausen auf und die Bienen begannen, Pollen zu sammeln.

Heute machte ich von den Völkern 3 und 4 vom Außenstand 2 Ableger, sodass ich nund 8 Völker habe. Sämtliche Völker haben bloß Spielnäpfchen, aber keine WZ angesetzt. Trotzdem habe ich die Ableger gemacht, da Ablegerbildung dieses Jahr Priorität hat. Ich brauche keinen Rapshonig - ich habe noch genug davon vom letzten Jahr. Also kann ich die Völker "bedenkenlos" vermehren.

Von V3 und V4 Drohnenwaben herausgeschnitten.

V1 hat bereits fast eine Zarge mit Rapshonig gefüllt. Ende nächster Woche werde ich wohl schleudern müssen...

In den nächsten Tagen werde ich auch von V2 einen Ableger machen und Ende der Woche den 2. Ableger vom starken V1.

Heute habe ich Futterwaben der im Winter eingegangenen Völker eingeschmolzen - das Futter weggekippt (in ein Mauseloch entsorgt. Alle anderen Varianten der entsorgung sind schlechter, glaube ich ). Das Futter kann nicht wiederverwendet werden, da im Sonnenwachsschmelzer hohe Temperaturen herrschen und der Honig zuviel giftiges HMF enthalten dürfte.

Am Nachmittag säubete ich etwa 50 ausgeschmolzene Rähmchen.
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Re: Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer

Beitragvon Koizchen » Mi 10. Okt 2012, 00:30

Und?

Wie ist es bei Dir verlaufen, Hanjo? Wieviele Ableger konntest Du erstellen, wie hast Du behandelt / oder nicht?

Es ist so ruhig hier drinnen.

Grüße

Tim
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Re: Aktuelle Entwickungen bei hanjoheyer

Beitragvon hanjoheyer » Do 8. Nov 2012, 11:47

Ich habe nun wieder 15 Völker. Von den 4 überwinterten konnte ich nur 2 zur Vermehrung bringen. Bei denen war es allerdings kein Problem, von jedem 6 Ableger zu machen. Viel Honig gabs allerdings nicht zu ernten. Aber meinen Vorräte vom jetzten Jahr sind groß genug.

Ich habe alle Völker recht spät 2 x mit As 60 % auf Schwammtuch (2 ml pro Wabe) behandelt, zugemacht und guck bis März nicht mehr rein. Ich habs spät gemacht, damit die Varroaresistentesten besser zeigen kölnnen, was sie drauf haben und die weniger Resistenten sollen ja (so leid es mir tut) eingehen. Ohne Selektion bekomme ich keine Resistente.

Dass es ruhig zugeht im Forum, ist kein Problem. Es soll ja mehr ein informatives Forum über echten Wissenszuwachs aller Teilnehmer, was die Landbiene und die Wiedereinführung der Dunklen Bienen betrifft. Hier muss man sich nicht groß unterhalten und soziale Kontake pflegen. Da unser Wissenszuwachs nicht so schnell vonstattengeht, ist nicht zu erwarten, dass es jeden Tag Neues zu vermelden gibt.
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