Abdeckfolie im Winter?




Hier stelle ich die von mir bevorzugte imkerliche Betriebsweise vor. Kritik und Diskussion sind erwünscht.

Abdeckfolie im Winter?

Beitragvon hanjoheyer » Di 23. Nov 2010, 13:27

Gestern fragte mich ein Imkerkollege, wie ich meine Bienen für den Winter vorbereitet habe. Ich erzählte ihm unter anderem, dass ich auf die Waben der obersten Zarge eine Abdeckfolie gelegt habe, damit die Bienen mit (Kondenz-) Wasser versorgt seien, mit dem sie u.a. auch kandiertes Futter auflösen können. Der Kollege antwortete belustigt, er habe das genaue Gegenteil getan: Er hat die Folien entfernt und stattdessen einige Lagen Zeitungspapier auf die obersten Waben gelegt, die das Kondenzwasser aufsaugen und die Waben trocken halten würden. Er habe vermeiden wollen, dass die äußeren Waben aufgrund der Feuchtigkeit grau werden und später entsorgt werden müssen.

Frage: Was ist nun besser????
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von Anzeige » Di 23. Nov 2010, 13:27

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Re: Abdeckfolie im Winter?

Beitragvon jaimee » Fr 24. Dez 2010, 16:49

Hallo hanjohayer
Folie auflegen ist für mich die bessere Wahl, auch in Veröffentlichungen ist diese Tendenz zu finden.
Frohes Fest wünsch ich allen Mitgliedern dieses Forums.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Kuhnke
Tue nur Dinge die dir Frieden und Freude bringen, las dich von nichts und niemand abhalten.
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Re: Abdeckfolie im Winter?

Beitragvon hanjoheyer » Di 28. Dez 2010, 12:29

Hallo Reinhard,

vielen Dank für dein Statement und die guten Wünsche!
Ich bin in Sachen "Bienen" immer ehr eifrig, und deshalb hatte ich die Folien "natürlich" sofort allesamt entfernt. Ich lege sie auch jetzt nicht wieder rein. Letztes Jahr hatte ich durchaus (kleine) Probleme mit feuchten Randwaben und auch mit Schimmel. Dieses Jahr teste ich die Überwinterung eben ohne Folie.

Bei der Gelegenheit der Folienentnahme konnte ich mir auch die Völker kurz anschauen: Einige waren stark; andere sehr klein! Nun, ich verfalle nicht sogleich in Panik, zumal die kleine Völker weniger Futter verbrauchen und somit die Gefahr des Verhungerns geringer ist. Ein Berufsimker hatte mir im Herbst erzählt, die Bienen würden ihre Überwinterungsstärke auch den Futtervorräten anpassen. Ist zu wenig Futter da, begehen so viele Bienen Selbstmord, bzw. würden gar nicht erst erzeugt werden, bis die Relation Futter - Bienenzahl wieder im Lot ist. Der Profi empfahl mir, wesentlich größere Futtermengen zu geben, als ich es dieses Jahr tat - der Frühtrachtstärke wegen. Ich verfütterte zwischen 9 Liter (Ableger) und 12 Liter ApiInvert. Er empfahl 15 Liter pro Volk. Seit der Kritik des Profis fürchte ich nun etwas das Verhungern und bin auch ein wenig erleichtert, da die kleinen Völker weniger Futter brauchen. Seit ich auf Varroatoleranz züchte, ist mir das Überleben der Bienen wichtiger, als Volksstärke.

In http://www.landlive.de/boards/thread/27845/page/1/ beschreibt der Züchter von Nordbienen Kai Engfer seinen vermeintlichen großen Rückschlag, da viele seiner Völker großen Totenfall aufweisen. Ich denke, das war ein Wink der Natur mit dem Zaunpfahl, es nun auch mit der Toleranzzucht a la Bond-Methode ernst zu machen. Dieser Rückschlag kann auch als Chance interpretiert werden. So wie bisher können wir alle nicht weitermachen. Engfer hat unbewusst dieses Jahr nicht behandelt - er hatte Perizin benutzt, gegen das die Milben resistent geworden sind. Infolgedessen sind viele seiner Völker aufgrund hoher Milbenlast arg geschrumpft und werden vielleicht eingehen. Die Chance, die er jetzt hat, ist die, dass die Überlebenden schon etwas milbentoleranter sind und er auf dieser Basis weitermachen könnte.
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